CHICAGO / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die jüngsten Ergebnisse der BHF PROTECT-TAVI-Studie haben die medizinische Gemeinschaft überrascht und Fragen zur Wirksamkeit des zerebralen Embolieschutzes bei TAVI aufgeworfen.
Die BHF PROTECT-TAVI-Studie, die kürzlich auf der wissenschaftlichen Sitzung des American College of Cardiology 2025 vorgestellt wurde, hat die Erwartungen vieler Experten enttäuscht. Trotz der Fähigkeit des Geräts, während der TAVI-Prozedur Embolien zu erfassen, konnte kein klinischer Nutzen in Bezug auf die Reduzierung des Schlaganfallrisikos nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse folgen auf die PROTECTED TAVR-Studie, die ähnliche Schlussfolgerungen zog.
Die Studien, die zusammen mehr als 10.000 Patienten umfassten, haben viele Fachleute ratlos zurückgelassen. Dr. Rajesh Kharbanda, der leitende Forscher der BHF PROTECT-TAVI-Studie, erklärte, dass in keiner der untersuchten Patientengruppen ein Behandlungsvorteil festgestellt werden konnte. Dies wirft die Frage auf, ob die derzeitigen Geräte-Designs überarbeitet werden müssen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
In den USA wurde das Embolieschutzgerät ursprünglich aufgrund seiner Fähigkeit, Material in einem Korb zu erfassen, zugelassen. Diese intuitive Logik wurde jedoch durch die jüngsten Studienergebnisse in Frage gestellt. Dr. S. Chris Malaisrie betonte, dass die Enttäuschung über die fehlenden klinischen Vorteile groß sei, und stellte die Frage, wie es mit dem zerebralen Schutz weitergehen soll.
Ein positiver Aspekt der Studien ist, dass kein Schaden durch die Verwendung des Embolieschutzes festgestellt wurde. Dr. Jay Giri, der das Gerät in der Vergangenheit häufig eingesetzt hat, erwartet jedoch, dass seine Verwendung aufgrund der neuen Daten zurückgehen wird. Er betonte, dass die Studienergebnisse zeigen, dass Surrogat-Endpunkte nicht ausreichen, um klinische Wirksamkeit zu garantieren.
Die BHF PROTECT-TAVI-Studie war eine pragmatische Untersuchung, die in 32 Krankenhäusern des National Health Service durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass die Schlaganfallrate bei Patienten mit und ohne Embolieschutz nahezu identisch war. Dies wirft Fragen zur Effektivität der Geräte auf und deutet darauf hin, dass möglicherweise andere Ansätze erforderlich sind, um das Schlaganfallrisiko zu senken.
Dr. Samir Kapadia, der die PROTECTED TAVR-Studie leitete, bleibt optimistisch und setzt weiterhin auf den Embolieschutz. Er betont, dass in seiner Klinik die Schlaganfallrate in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Dennoch bleibt die Frage offen, ob der Embolieschutz tatsächlich einen klinischen Nutzen bietet oder ob die Technologie weiterentwickelt werden muss.
Die Diskussion über die Zukunft des zerebralen Schutzes bei TAVI ist in vollem Gange. Experten sind sich einig, dass weitere Studien erforderlich sind, um spezifische Patientengruppen zu identifizieren, die von der Technologie profitieren könnten. Die Suche nach effektiven Lösungen zur Reduzierung des Schlaganfallrisikos bleibt eine zentrale Herausforderung in der Herzmedizin.
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