MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie beleuchtet die Verbindung zwischen Lebensstilfaktoren und der Fähigkeit zur Metakognition bei jungen Erwachsenen. Diese Erkenntnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf die Förderung kognitiver Fähigkeiten haben.
Eine kürzlich in PLOS One veröffentlichte Studie zeigt, dass die Art und Weise, wie junge Erwachsene ihre mentalen Ressourcen verwalten, eng mit ihrem Lebensstil verbunden ist. Insbesondere physische Aktivität, Ernährung und Schlafqualität spielen eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung der Metakognition, also der Fähigkeit, über das eigene Denken nachzudenken und es zu steuern.
Metakognition umfasst die Fähigkeit, die eigenen Denkprozesse zu reflektieren und zu kontrollieren. Dazu gehört das Wissen, welche Strategien beim Lösen von Problemen anzuwenden sind, wie man den Fortschritt bei Aufgaben verfolgt und Pläne anpasst, wenn etwas nicht funktioniert. Diese Studie untersuchte, ob dieselben Lebensstilfaktoren, die grundlegende Denkfähigkeiten formen, auch mit den höheren Prozessen zusammenhängen, die Menschen zur Steuerung ihres Denkens nutzen.
Die Forscher führten zwei Studien mit großen Stichproben von Studenten der University of British Columbia durch. In der ersten Studie wurden 1.702 Studenten rekrutiert, in der zweiten nahmen 564 Studenten teil. Alle Teilnehmer füllten Online-Umfragen aus, die ihre körperliche Aktivität, Ernährungsgewohnheiten, Schlafqualität, wahrgenommenen Stress und verschiedene Aspekte der metakognitiven Funktion bewerteten.
Die Ergebnisse zeigten, dass körperliche Aktivität ein starker Prädiktor für metakognitive Funktionen ist. Junge Erwachsene, die höhere körperliche Aktivität berichteten, gaben eher an, dass sie verstehen, wie ihr Denken funktioniert, und dass sie effektive Strategien zur Verwaltung ihrer mentalen Leistung einsetzen. Diese Beziehungen waren besonders deutlich bei Fähigkeiten wie der Planung, wie man eine Aufgabe angeht, oder der Bewertung, wie gut eine Strategie funktioniert.
Interessanterweise war körperliche Aktivität nicht mit metakognitiven Fähigkeiten verbunden, die während einer Aufgabe auftreten, wie das Anpassen des Ansatzes im Moment oder das Aufrechterhalten der mentalen Konzentration. Auch war sie nicht mit metakognitiver Sorge verbunden, also negativen Gedanken oder Ängsten über das eigene Denken.
Ernährung zeigte hingegen eine andere Richtung. Gesunde Ernährungsgewohnheiten waren mit einer besseren Online-Regulation der Kognition verbunden, also der Fähigkeit, das Denken während der Aufgaben zu überwachen und anzupassen. Teilnehmer mit nährstoffreicheren Essgewohnheiten gaben eher an, dass sie ihre mentale Konzentration verwalten und ihren Fortschritt bei der Problemlösung verfolgen können.
Schlafqualität war am engsten mit metakognitiver Sorge verbunden. Teilnehmer, die eine schlechte Schlafqualität berichteten, neigten dazu, mehr Angst über ihr Denken auszudrücken, einschließlich Sorgen über den Verlust der Kontrolle über Gedanken oder das Gefühl der mentalen Verwundbarkeit.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass modifizierbare Lebensstilfaktoren wie körperliche Aktivität, Ernährung und Schlaf nicht nur die kognitive Leistung direkt beeinflussen, sondern auch, wie wir unsere begrenzten kognitiven Ressourcen nutzen. Dies könnte langfristige Implikationen für das mentale und physische Wohlbefinden haben, insbesondere in der jungen Erwachsenenphase, in der langfristige Gesundheitsgewohnheiten oft etabliert werden.
Die Studie hebt die Bedeutung von Lebensstilinterventionen hervor, die spezifische kognitive Funktionen ansprechen können. Während körperliche Aktivität das Wissen und die Offline-Regulation der Kognition unterstützt, fördert eine gesunde Ernährung die Online-Regulation, und guter Schlaf kann helfen, metakognitive Sorgen zu reduzieren.
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