MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In der heutigen Arbeitswelt, in der Flexibilität und finanzielle Sicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnen, entscheiden sich immer mehr Deutsche dafür, neben ihrem Hauptberuf ein eigenes Unternehmen zu gründen. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Zeichen für den wachsenden Unternehmergeist, sondern auch für die Suche nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag.
Die Entscheidung, neben dem Hauptberuf ein eigenes Unternehmen zu gründen, wird für viele Deutsche immer attraktiver. Während die Zahl der klassischen Selbstständigen in Deutschland sinkt, steigt die Zahl der sogenannten Teilzeit-Gründer. Diese Entwicklung wird durch den KfW-Gründungsmonitor bestätigt, der zeigt, dass der Nebenerwerb das einzige Segment mit stabilem Zuwachs ist. Der Reiz liegt in der finanziellen Sicherheit, die das Angestelltenverhältnis bietet, kombiniert mit der unternehmerischen Freiheit, die ein Nebenjob ermöglicht.
Ein Beispiel für diesen Trend ist Chris Guldner, ein Chemikant, der gemeinsam mit Freunden eine Craftbeer-Marke ins Leben gerufen hat. Was als Trinkspiel begann, entwickelte sich zu einem eingetragenen Unternehmen, das mittlerweile 1000 Liter Craftbeer auf den Markt gebracht hat. Die Arbeit erfolgt nach Feierabend und an Wochenenden, was das Risiko überschaubar hält und gleichzeitig die Motivation steigert.
Holger Patzelt, Professor für Entrepreneurship an der TU München, beschreibt diesen Ansatz als „Risikopuffer mit Relevanz“. Durch die Möglichkeit, Projekte ohne ökonomische Not zu testen, können Nebenerwerbsgründer ihre Ideen verwirklichen und oft mehr daraus machen. Diese Form der Selbstständigkeit erfordert jedoch Disziplin und eine klare Trennung zwischen Haupt- und Nebenjob.
Die Forschung zeigt, dass ein ernsthaft betriebenes Hobby sogar die Leistung im Hauptjob steigern kann. Wissenschaftler der Universitäten Bamberg, Würzburg und Groningen haben herausgefunden, dass der Ausgleich und der Perspektivwechsel, den ein solches Hobby bietet, zusätzliche Motivation und neue Kompetenzen freisetzen können. Besonders effektiv ist dieser Effekt, wenn das Nebenthema stark mit der Haupttätigkeit kontrastiert.
Finanziell kann der Nebenerwerb ebenfalls erfolgreich sein, wie das Beispiel des Maßschneiders Christian Weilert zeigt. Mit einem Umsatz von 250.000 Euro in drei Jahren finanziert er neue Stoffe und Werbung, während er weiterhin bei PwC angestellt bleibt. Diese Sicherheit erlaubt ihm kreativen Spielraum und die Möglichkeit, seine Vision weiterzuentwickeln.
Für viele ist der Nebenjob nicht nur ein Hobby, sondern auch eine strategische Vorbereitung auf eine mögliche Vollzeit-Selbstständigkeit. Durch das Testen ihrer Marke in kleiner Serie können Gründer frühzeitig erkennen, ob ihr Modell tragfähig ist. Die Coachin Sabine Votteler empfiehlt „Testballons“, um das unternehmerische Potenzial zu prüfen, warnt jedoch auch vor der Gefahr der Überlastung ohne klare Zeiteinteilung.
Der neue Gründergeist ist leiser als der alte. Anstelle von Start-up-Shows und Millionenpitches setzen Mikrobrauer, Autoren und Maßschneider auf eine Kombination aus Sicherheit und Selbstverwirklichung. Sie zeigen, dass es zwischen Burnout und 9-to-5 einen Weg gibt, der beides verbinden kann.
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