WASHINGTON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einem überraschenden Vorfall wurden geheime Informationen über bevorstehende US-Militärschläge im Jemen versehentlich einem Journalisten zugänglich gemacht. Dies geschah über einen Signal-Gruppenchat, in dem hochrangige Regierungsvertreter, darunter der Vizepräsident und mehrere Minister, beteiligt waren.

In einem bemerkenswerten Vorfall, der Fragen zur Sicherheit digitaler Kommunikation aufwirft, wurden geheime Informationen über US-Militärschläge im Jemen versehentlich einem Journalisten zugänglich gemacht. Dies geschah über einen Gruppenchat auf der verschlüsselten Messaging-Plattform Signal, an dem hochrangige Vertreter der US-Regierung teilnahmen. Der Journalist Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des US-Magazins The Atlantic, war unabsichtlich Teil dieser Gruppe und konnte so vertrauliche Gespräche mitverfolgen.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Nutzung von Signal durch Regierungsvertreter, die normalerweise für informelle Absprachen genutzt wird, jedoch nicht für die Diskussion streng geheimer Informationen geeignet ist. Die Gruppe, die den Namen „Houthi PC small group“ trug, diskutierte über bevorstehende Angriffe auf die Huthi-Rebellen im Jemen. Diese Gruppe schien aus einer Arbeitsgruppe verschiedener US-Minister zu bestehen, darunter der Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent.

Goldberg, der zunächst skeptisch gegenüber der Echtheit der Gruppe war, blieb dennoch in der Gruppe, um die Authentizität der Informationen zu überprüfen. Tatsächlich bestätigten die Angriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa die Echtheit der Gespräche. Die Diskussionen innerhalb der Gruppe offenbarten auch interne Unstimmigkeiten, insbesondere hinsichtlich der strategischen Vorteile der Angriffe für die USA im Vergleich zu europäischen Handelsinteressen.

Die Nutzung von Signal für solch sensible Informationen stellt einen Verstoß gegen mehrere Sicherheitsrichtlinien dar, insbesondere gegen den Espionage Act, der strenge Vorgaben für die Kommunikation über geheime Informationen festlegt. Experten betonen, dass für solche Gespräche speziell gesicherte Geräte vorgesehen sind, die den Beteiligten zur Verfügung stehen sollten. Die versehentliche Einbeziehung eines Journalisten in den Chat verdeutlicht die Risiken ungesicherter Kommunikationskanäle.

Ein weiteres Problem stellt die automatische Löschung von Nachrichten nach einer bestimmten Zeit dar, was gegen Bundesgesetze zur Archivierung dienstlicher Kommunikation verstoßen könnte. Die Weitergabe der Informationen an einen Journalisten wird als klassischer Leak betrachtet, der die Sicherheitspraktiken der Trump-Administration in Frage stellt. Dies erinnert an frühere Kontroversen um den Umgang mit geheimen Informationen, wie sie bei Hillary Clinton und später bei Donald Trump selbst auftraten.

Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit einer Überprüfung der Kommunikationspraktiken innerhalb der Regierung, um zukünftige Sicherheitslücken zu vermeiden. Die Nutzung von Signal für geheime Gespräche könnte weitreichende Konsequenzen haben, sowohl rechtlich als auch politisch, und wirft Fragen zur digitalen Sicherheit und zur Verantwortung von Regierungsvertretern auf.

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US-Minister diskutieren geheime Militärschläge auf Signal
US-Minister diskutieren geheime Militärschläge auf Signal (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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