WASHINGTON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die anhaltend hohe Inflation in den USA sorgt für eine stabile Zinspolitik der Federal Reserve, während die Europäische Zentralbank auf Zinssenkungen setzt. Diese Entwicklungen beeinflussen die Nachfrage nach Staats- und Unternehmensanleihen in Europa und den USA.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA zeigen, dass die Inflation mit 3 Prozent im Jahresvergleich weiterhin hoch bleibt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Zinspolitik der US-Notenbank, die ihren Kurs beibehält. Während die Europäische Zentralbank (EZB) Zinssenkungen in Betracht zieht, bleibt die Federal Reserve (Fed) zurückhaltend, was die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen infrage stellt.

Im Januar stiegen die Verbraucherpreise um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was den höchsten Anstieg seit sechs Monaten darstellt. Auch die Kerninflation überraschte mit einem Anstieg von 3,3 Prozent. Ulrich Wortberg von der Helaba kommentiert, dass das Inflationsziel von 2 Prozent weiterhin außer Reichweite bleibt, was die Fed in ihrer vorsichtigen Zinspolitik bestärkt.

Fed-Chef Jerome Powell machte im US-Senat deutlich, dass keine Eile bei der Anpassung der Geldpolitik geboten ist, da sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt in einem robusten Zustand befinden. Die Märkte rechnen nunmehr nur noch mit einer Zinssenkung der Fed in diesem Jahr, während die EZB voraussichtlich mehrere Zinssenkungen vornehmen wird.

In Europa prognostiziert die Deutsche Bank eine kumulierte Senkung um 81 Basispunkte, trotz steigender Renditen bei langfristigen Anleihen. Die Nachfrage nach Staatsanleihen aus Ländern wie Rumänien, Polen und Spanien nimmt zu. Auch Unternehmensanleihen sind gefragt, wobei Namen wie Deutsche Telekom, Knorr-Bremse, Bayer und Deutsche Bahn hohe Beachtung finden.

Diese Anleihen bieten Renditen zwischen 2,1 und 3,4 Prozent. Der Markt für US-Dollar-Bonds profitiert ebenfalls von positiver Resonanz, unter anderem von Alphabet mit einer Rendite von 4,6 Prozent. Die rege Emissionstätigkeit setzt sich fort mit neuen italienischen Staatsanleihen und Aufstockungen von EU-Anleihen, die insgesamt 11 Milliarden Euro umfassen.

Die Zinspolitik der Fed und die Reaktionen der Märkte zeigen, wie komplex die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind. Während die USA eine stabile Zinspolitik verfolgen, um die Inflation zu kontrollieren, setzen europäische Länder auf Zinssenkungen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Diese unterschiedlichen Ansätze spiegeln die jeweiligen wirtschaftlichen Herausforderungen und Prioritäten wider.

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US-Inflation beeinflusst Zinspolitik: Märkte reagieren
US-Inflation beeinflusst Zinspolitik: Märkte reagieren (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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