BRÜSSEL / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Der europäische Automarkt erlebt einen Wandel hin zu Elektrofahrzeugen, doch nicht alle Hersteller profitieren gleichermaßen von diesem Trend. Während die Nachfrage nach Elektroautos in der EU steigt, verzeichnet Tesla einen signifikanten Rückgang bei den Neuzulassungen.
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Der europäische Automarkt hat das Jahr mit einem Rückgang der Neuzulassungen begonnen, wobei im Januar 831.201 Pkw registriert wurden, was einem Rückgang von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Tesla-Neuzulassungen um über 50 Prozent, während der Absatz von Elektroautos insgesamt um 34 Prozent gestiegen ist.
Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nimmt zu, da die EU strengere CO2-Grenzwerte eingeführt hat, die die Hersteller dazu zwingen, den Anteil ihrer Elektroautos zu erhöhen. Tesla, einst Vorreiter in diesem Segment, sieht sich nun mit einem Rückgang seines Marktanteils in der EU konfrontiert, der von 1,8 Prozent auf 0,9 Prozent gesunken ist.
Experten führen diesen Rückgang auf eine veraltete Modellpolitik und die kontroverse öffentliche Wahrnehmung von Elon Musk zurück, der durch seine politischen Äußerungen in Europa für Unmut gesorgt hat. Branchenkenner wie Ferdinand Dudenhöffer sehen die Marke Tesla durch diese Faktoren beschädigt, da sie stark mit Musk assoziiert wird.
Während Tesla mit Herausforderungen kämpft, konnte der VW-Konzern seinen Marktanteil auf 27,7 Prozent ausbauen und bleibt damit Marktführer in der EU. Dies zeigt, dass traditionelle Automobilhersteller zunehmend in der Lage sind, im Elektrosegment Fuß zu fassen und Marktanteile zu gewinnen.
Die neuen EU-Vorschriften verlangen, dass mindestens 20 Prozent der verkauften Fahrzeuge elektrisch sind, um hohe Bußgelder zu vermeiden. Hersteller haben die Möglichkeit, ihre Elektroauto-Verkäufe zu steigern oder sich mit anderen Herstellern zu einem Emissionspool zusammenzuschließen, um ihre CO2-Emissionen gemeinsam zu bewerten.
Einige Hersteller wie Mercedes-Benz haben bereits solche Pools gebildet, während Tesla den größten Pool betreibt, dem unter anderem Stellantis, Ford und Toyota angehören. Diese Strategie ermöglicht es den Herstellern, die strengen CO2-Vorgaben zu erfüllen und potenzielle Strafzahlungen zu vermeiden.
Der Branchenverband ACEA fordert jedoch eine Lockerung der CO2-Ziele, da die aktuellen Vorgaben zu Verlusten führen könnten. Andere Interessengruppen warnen davor, dass eine Lockerung der Ziele die europäische Autoindustrie im globalen Wettbewerb schwächen könnte.
Die Zukunft des Elektroautomarktes in der EU bleibt ungewiss, da die Kaufbereitschaft der Verbraucher stark von staatlichen Fördermaßnahmen abhängt. Branchenexperten sind sich einig, dass die Mehrheit der Kunden noch nicht vollständig von der Elektromobilität überzeugt ist.
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