SEOUL / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie aus Südkorea hat gezeigt, dass Statine, die üblicherweise zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden, auch das Risiko einer Demenzerkrankung reduzieren können, selbst bei Personen mit bereits niedrigem Cholesterinspiegel.
Statine, bekannt für ihre Fähigkeit, den Cholesterinspiegel zu senken, könnten auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von Demenz spielen. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry, legt nahe, dass diese Medikamente das Risiko von Demenzerkrankungen wie Alzheimer signifikant verringern können, selbst bei Personen, die bereits einen niedrigen Cholesterinspiegel aufweisen.
Die Forschung, durchgeführt von Wissenschaftlern der Hallym University und des Kangdong Sacred Heart Hospital in Seoul, analysierte Gesundheitsdaten von über 570.000 Menschen in Südkorea. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit einem niedrigen LDL-Cholesterinspiegel unter 1,8 mmol/L ein um 26 Prozent geringeres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, verglichen mit denen, deren Werte über 3,4 mmol/L lagen. Noch beeindruckender ist, dass die Einnahme von Statinen das Demenzrisiko bei diesen Personen um weitere 13 Prozent senkte.
Diese Erkenntnisse könnten die bisherigen Ansätze zur Demenzprävention revolutionieren. Während Statine traditionell zur Herzgesundheit eingesetzt werden, deuten die neuen Ergebnisse darauf hin, dass sie auch für die kognitive Gesundheit von Bedeutung sein könnten. Dies eröffnet die Möglichkeit, Statine nicht nur älteren Menschen, sondern auch jüngeren Personen mit normalem Cholesterinspiegel zu verschreiben, um sowohl Herz- als auch Gehirngesundheit zu schützen.
Dr. Francesco Tamagnini, Neurophysiologe an der University of Reading, betont, dass die Ergebnisse die Rolle von LDL-Cholesterin bei der Entstehung von Alzheimer neu beleuchten. Er vermutet, dass Schäden an der Blut-Hirn-Schranke zur Ansammlung von LDL-Cholesterin im Gehirn führen könnten, was die neuronale Aktivität beeinflusst. Diese Hypothese könnte die bisherige Fokussierung auf Proteine wie Amyloid und Tau als Hauptursachen für Alzheimer in Frage stellen.
Dr. Julia Dudley von Alzheimer’s Research UK weist jedoch darauf hin, dass das Demenzrisiko von vielen Faktoren beeinflusst wird und weitere Studien notwendig sind, um die genauen Mechanismen zu verstehen, durch die Statine das Gehirn schützen könnten. Sie betont die Notwendigkeit klinischer Studien, um die Auswirkungen von Statinen auf die Krankheitsprozesse im Gehirn zu untersuchen.
Die Studie zeigt auch, dass der Nutzen von Statinen bei sehr niedrigen LDL-Werten unter 0,8 mmol/L abnimmt, was darauf hindeutet, dass es einen optimalen Bereich für den maximalen kognitiven Nutzen gibt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer personalisierten Verschreibung von Statinen, um die besten Ergebnisse für die kognitive Gesundheit zu erzielen.
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