MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Siemens, ein Name, der seit Jahrzehnten mit industrieller Exzellenz verbunden ist, plant einen radikalen Wandel. Unter der Führung von Roland Busch wird der Konzern von seinen traditionellen Industriesäulen zu einem globalen Technologieunternehmen umgebaut. Diese Transformation zielt darauf ab, Siemens als europäische Antwort auf Tech-Giganten wie Google und Microsoft zu positionieren.

Siemens, ein Synonym für industrielle Innovation, steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Roland Busch, der CEO des Unternehmens, hat ehrgeizige Pläne, Siemens von einem traditionellen Industriekonzern in einen globalen Tech-Giganten zu verwandeln. Diese Transformation wird durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Software und digitalen Komplettlösungen vorangetrieben. Sollte der Plan aufgehen, könnte Siemens zu Europas Antwort auf Tech-Giganten wie Google und Microsoft werden.

Bei der jüngsten virtuellen Hauptversammlung stellte Busch die Strategie ‘ONE Tech Company’ vor. Diese sieht vor, die klassischen Geschäftsbereiche wie Digital Industries, Smart Infrastructure und Software in sogenannte ‘Verticals’ zu überführen. Ziel ist es, maßgeschneiderte digitale Lösungen für Kunden in der Industrie anzubieten, die von der Errichtung neuer Fabriken bis zum Betrieb von Rechenzentren reichen.

Um diese Vision zu verwirklichen, plant Siemens, in den nächsten fünf Jahren über 15 Milliarden Euro in Künstliche Intelligenz, Software und Digitalisierung zu investieren. Ein bedeutender Schritt in diese Richtung war die Übernahme des US-Softwarehauses Altair im Herbst 2024 für rund 10 Milliarden US-Dollar. Altair ist ein führender Anbieter im Bereich Simulation und Data-Driven Design und wird Siemens helfen, seine digitalen Kompetenzen weiter auszubauen.

Zur Finanzierung dieser Investitionen erwägt Siemens mögliche Abspaltungen. Finanzvorstand Ralf Thomas deutete an, dass Siemens Healthineers, mit einem Marktwert von rund 45 Milliarden Euro, verkauft werden könnte. Auch die Bahnsparte Mobility, die kürzlich Aufträge in Höhe von 10 Milliarden Euro aus den USA und Ägypten erhielt, steht auf dem Prüfstand. Diese Maßnahmen sollen Kapital für Forschung, Entwicklung und strategische Zukäufe freisetzen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von ‘Large Knowledge Models’, die Fabriken autonom steuern und optimieren können. Siemens ist als Weltmarktführer in der Fabrikautomatisierung mit über 20 Millionen weltweit installierten Steuereinheiten bestens positioniert, um von diesem Datenschatz zu profitieren und die Entwicklung solcher KI-Modelle voranzutreiben.

Trotz eines Rekordgewinns von 9 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 und einer Aktienkurssteigerung um 65 % seit Buschs Amtsantritt gibt es auch Herausforderungen. Die Auflösung bisheriger Strukturen könnte bei den 330.000 Mitarbeitern auf Widerstand stoßen. Dennoch unterstützt Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe die Pläne von Busch voll und ganz, was dem Vorhaben zusätzlichen Rückhalt gibt.

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Siemens transformiert sich zum globalen Tech-Konzern
Siemens transformiert sich zum globalen Tech-Konzern (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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