MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Energiewende in Europa steht vor einer neuen Herausforderung: Die Fernsteuerung von Solaranlagen, die eigentlich zur Netzstabilisierung beitragen soll, birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Ein aktueller Bericht eines Cybersicherheitsunternehmens zeigt auf, dass Wechselrichter, das Herzstück jeder Photovoltaikanlage, gravierende Sicherheitslücken aufweisen.
Die Möglichkeit, Solaranlagen aus der Ferne zu steuern, klingt zunächst vielversprechend. Sie erlaubt eine effiziente Verwaltung des Stromflusses und kann bei Bedarf die Netzstabilität verbessern. Doch diese technische Innovation bringt auch erhebliche Risiken mit sich. Ein koordinierter Angriff auf die Clouds der Hersteller könnte das europäische Stromnetz destabilisieren. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Wechselrichter von führenden Herstellern wie SMA Solar Sicherheitslücken aufweisen, die von der Auslesbarkeit persönlicher Daten bis zur theoretischen Fernabschaltung ganzer Anlagen reichen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, dass bereits die Abschaltung von zehn bis zwanzig Gigawatt Leistung ausreichen könnte, um das europäische Netz in Schieflage zu bringen. Diese potenzielle Gefahr wird durch das neue “Solarspitzengesetz” verstärkt, das auch Kleinanlagen zur Fernsteuerbarkeit verpflichtet. Intelligente Stromzähler und netzdienliche Steuerungen werden zur Pflicht, was die Angriffsfläche für Cyberattacken vergrößert.
Die Fernsteuerung von Solaranlagen ist an sich keine schlechte Idee. Sie ermöglicht eine flexible Anpassung an die schwankende Nachfrage und kann helfen, die Netzstabilität zu sichern. Doch je mehr Anlagen am Netz hängen, desto größer wird das Risiko eines koordinierten Angriffs. Ein solcher Angriff könnte nicht nur die Stromversorgung gefährden, sondern auch geopolitische Spannungen verschärfen, da Hersteller wie Huawei, Growatt oder Sungrow über erhebliche Marktanteile in Europa verfügen.
Für Unternehmen wie SMA ist die Situation heikel. Obwohl bekannte Schwachstellen bereits geschlossen wurden, bleibt die Steuerbarkeit über Herstellerclouds ein Risiko. Brancheninsider warnen, dass mit wachsender Marktdurchdringung auch die Verwundbarkeit zunimmt. Das BSI fordert daher ein europäisches Zertifizierungssystem für alle erneuerbaren Energieanlagen, um die Sicherheit zu erhöhen. Der Cyber Resilience Act der EU könnte hierfür einen rechtlichen Rahmen bieten, doch bis zur Umsetzung könnte wertvolle Zeit vergehen.
Die Diskussion um die Sicherheit von Solaranlagen zeigt, dass die Energiewende nicht nur technische, sondern auch sicherheitspolitische Herausforderungen mit sich bringt. Während die Fernsteuerung von Anlagen neue Möglichkeiten eröffnet, müssen gleichzeitig die Risiken minimiert werden. Ein europäisches Zertifizierungssystem könnte hier Abhilfe schaffen, doch bis dahin bleibt das Netz verwundbar. Die Energiewende erfordert daher nicht nur technologische Innovationen, sondern auch ein Umdenken in Bezug auf die Sicherheit von Infrastrukturen.
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