MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Kartierung der Meeresböden ist ein komplexes Unterfangen, das nun durch den Einsatz modernster Satellitentechnologie neue Dimensionen erreicht. Die SWOT-Mission, eine Zusammenarbeit zwischen NASA und der französischen Raumfahrtagentur CNES, bietet einen detaillierten Einblick in die Beschaffenheit der Ozeanböden und eröffnet neue Möglichkeiten für die Wissenschaft.

Die Erkundung der Meeresböden ist seit jeher eine Herausforderung, die Wissenschaftler weltweit beschäftigt. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen gibt es noch immer mehr detaillierte Karten der Mondoberfläche als von den Tiefen unserer Ozeane. Mit der Einführung der SWOT-Satellitenmission, einer Kooperation zwischen der NASA und der französischen Raumfahrtagentur CNES, wird nun ein bedeutender Fortschritt erzielt. Diese Mission ermöglicht es, die Meeresböden aus dem All zu kartieren und liefert wertvolle Daten, die für die Navigation und das Verständnis der ozeanischen Prozesse von entscheidender Bedeutung sind.

Die SWOT-Mission nutzt die Gravitationsanomalien, die durch geologische Strukturen wie Seamounts und abyssale Hügel verursacht werden, um die Topographie des Meeresbodens zu erfassen. Diese Strukturen haben eine höhere Masse als ihre Umgebung und erzeugen dadurch messbare Erhebungen auf der Meeresoberfläche. Durch wiederholte Beobachtungen kann der Satellit diese Unterschiede mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich erfassen, was eine präzise Kartierung ermöglicht.

Die Bedeutung dieser Kartierungen ist vielfältig. Sie sind nicht nur für die Schifffahrt und das Verlegen von Unterwasserkabeln von Bedeutung, sondern auch für das Verständnis der tiefen Meeresströmungen und der Gezeiten, die das Leben in der Tiefsee beeinflussen. Seamounts und abyssale Hügel spielen eine wichtige Rolle bei der Verteilung von Wärme und Nährstoffen und können sogar das Leben an der Meeresoberfläche beeinflussen, indem sie Ökosysteme unterstützen, auf die menschliche Gemeinschaften angewiesen sind.

Die SWOT-Mission hat das Potenzial, die Anzahl der bekannten Seamounts erheblich zu erhöhen. Während frühere Satelliten nur größere Strukturen erkennen konnten, ist SWOT in der Lage, auch kleinere Erhebungen zu identifizieren. Dies könnte die Anzahl der bekannten Seamounts von 44.000 auf 100.000 erhöhen. Diese Unterwasserberge beeinflussen die Tiefseeströmungen und schaffen Lebensräume, die sonst karge Meeresböden beleben.

Die Kartierung der Meeresböden ist jedoch nicht das primäre Ziel der SWOT-Mission. Der im Dezember 2022 gestartete Satellit misst die Wasserhöhe auf fast der gesamten Erdoberfläche, einschließlich Ozeanen, Seen, Stauseen und Flüssen. Diese Daten können genutzt werden, um Veränderungen im Meereis zu bewerten oder den Verlauf von Überschwemmungen zu verfolgen.

Die SWOT-Mission ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer vollständigen Kartierung der Meeresböden bis 2030, ein Ziel, das die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft verfolgt. Obwohl die vollständige Kartierung mit schiffsbasiertem Sonar bis dahin nicht abgeschlossen sein wird, wird SWOT dazu beitragen, diese Lücken zu schließen und das Ziel zu erreichen.

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Satellitenkartierung der Meeresböden: Ein neuer Blick auf die Ozeane
Satellitenkartierung der Meeresböden: Ein neuer Blick auf die Ozeane (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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