MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Russlands Engagement im Sahel wird zunehmend als opportunistisch wahrgenommen. Anstatt einer kohärenten regionalen Strategie zu folgen, nutzt Moskau die sich verschärfenden Sicherheitskrisen und die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den Sahel-Staaten und ihren westlichen Partnern aus.
Russlands Ansatz im Sahel ist geprägt von einer opportunistischen Strategie, die weniger auf einer kohärenten regionalen Politik basiert, sondern vielmehr die sich verschärfenden Sicherheitskrisen und die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den Sahel-Staaten und ihren westlichen Partnern ausnutzt. In den letzten zehn Jahren wurde die Region von multidimensionalen Sicherheitsherausforderungen geplagt: einem Anstieg jihadistischer Aufstände, ethno-nationalistischer Unabhängigkeitsbewegungen und schwerwiegenden Ressourcen- und klimabedingten Ungleichheiten. Diese überlappenden Krisen ebneten den Weg für eine Welle von Militärputschen ab 2020, die letztlich zur Etablierung von Militärjuntas in Mali, Burkina Faso und Niger führten.
Frankreichs zehnjährige Anti-Terror-Mission, die Operation Barkhane, belastete die Beziehungen zwischen den Sahel-Regierungen und ihren westlichen Verbündeten zusätzlich, da sie keine bedeutenden Sicherheitsverbesserungen brachte. Die begrenzten Erfolge von Barkhane machten sie besonders anfällig für Kritik, eine Schwäche, die Russland schnell ausnutzte. Durch seine Söldnerproxies bot Russland enttäuschten Sahel-Regimen eine alternative Sicherheitspartnerschaft ohne demokratische oder menschenrechtliche Vorbedingungen an.
Im Zentrum von Russlands Sahel-Strategie steht der Einsatz von quasi-privaten Militärunternehmen, insbesondere der Wagner-Gruppe. Das Modell von Wagner versprach bedingungslose Sicherheitsunterstützung, die militärische Eliten vor inländischer Opposition und internationalem Druck abschirmte, während gleichzeitig Russlands eigene Interessen vorangetrieben wurden: Ressourcengewinnung, politischer Einfluss und Großmachtgehabe. Dieser Ansatz erwies sich jedoch als weitgehend ausbeuterisch. Anstatt die Gewalt zu mindern, intensivierten Wagners Operationen oft die Konfliktdynamik, verschärften Menschenrechtsverletzungen und untergruben die lokale Regierungsführung.
Ein markantes Beispiel für Wagners operatives Modell und seine Attraktivität für afrikanische Militärjuntas bietet die Zentralafrikanische Republik (ZAR). 2018 gelang es Russland, den UN-Sicherheitsrat von einer Ausnahme vom Waffenembargo zu überzeugen, was die Entsendung mehrerer hundert Wagner-„Instruktoren“ in die Hauptstadt Bangui unter dem Vorwand der Unterstützung von UN-Friedensmissionen ermöglichte. Diese Taktik demonstrierte die Fähigkeit des Kremls, seine Interessen unter einem Anschein von Legitimität voranzutreiben.
In Mali stieß Wagner 2021 auf seine Grenzen. Die Ankunft der Gruppe schien zunächst eine entscheidende Lösung für die Terrorismusbekämpfung zu bieten. Doch schnell zeigte sich, dass die Gewalt seit der Ankunft der Gruppe stark zugenommen hat. Zwischen August 2023 und August 2024 verzeichneten Analysten einen Anstieg der Gewalt um 81 Prozent, die mit russischen Söldnern in Verbindung steht, und einen Anstieg der gemeldeten Todesfälle um 65 Prozent.
Die Herausforderungen für das neu gegründete Africa Corps, das die Rolle von Wagner übernommen hat, sind vielfältig. Trotz der Bemühungen des Kremls, die Operationen unter dem Africa Corps zu konsolidieren, bleibt die vollständige Integration schwer fassbar. Die Niederlage von Wagner in Mali hat diesen Übergang beschleunigt, aber der Prozess ist von Rekrutierungsmängeln und nachlassender operativer Kapazität geprägt.
Die Fähigkeit des Kremls, seinen Einfluss durch das Africa Corps aufrechtzuerhalten, wird durch externe Druckfaktoren weiter eingeschränkt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine lenkt weiterhin kritische militärische Ressourcen ab. Gleichzeitig hat der Zusammenbruch des Regimes von Baschar al-Assad in Syrien, einem wichtigen logistischen Knotenpunkt für Wagners afrikanische Operationen, Bedenken hinsichtlich der Unterbrechung der Versorgungslinien aufgeworfen.
In Anbetracht dieser Herausforderungen hat Moskau versucht, seine Sahel-Partner von seinem langfristigen Engagement zu überzeugen. Im November 2024 versprach der russische Außenminister Sergei Lawrow im Namen von Wladimir Putin die „volle Unterstützung unserer afrikanischen Freunde“ im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Verfolgung wirtschaftlicher Entwicklung.
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