MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einem bemerkenswerten Schritt zur Stärkung seiner technologischen Unabhängigkeit hat Russland die Entwicklung eigener Lithografie-Systeme für die Herstellung von 350-Nanometer-Chips angekündigt. Diese Technologie, die an die Standards der 1990er-Jahre erinnert, markiert einen bedeutenden, wenn auch bescheidenen Fortschritt in der russischen Halbleiterindustrie.
Russland hat einen wichtigen Meilenstein in seiner Strategie zur technologischen Eigenständigkeit erreicht: Die Entwicklung eigener Lithografie-Systeme für die Produktion von 350-Nanometer-Chips. Diese Systeme, die in Zusammenarbeit zwischen dem Zelenograd Nanotechnology Center (ZNTC) und dem belarussischen Unternehmen Planar entstanden sind, stellen einen ersten Schritt dar, um die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu verringern.
Obwohl diese Technologie im Vergleich zu den aktuellen Standards in Ländern wie Taiwan, den USA und China veraltet erscheint, ist sie für Russland von strategischer Bedeutung. Die Fähigkeit, eigene Chips zu produzieren, könnte insbesondere für militärische Anwendungen von Interesse sein, wo die Anforderungen an die Chipgröße weniger kritisch sind als in der Konsumelektronik.
Derzeit sind russische Chipfertiger wie Angstrem auf importierte Systeme angewiesen, darunter auch ausgediente Maschinen von ASML aus China. Die neuen russischen Systeme können jedoch nur relativ grobe Strukturen mit 350 Nanometern auf kleinen Silizium-Wafern belichten, was die Verantwortlichen als einen ersten Schritt in Richtung technologischer Unabhängigkeit sehen.
Im internationalen Vergleich hinkt Russland jedoch deutlich hinterher. Während der weltweit größte Chipauftragsfertiger TSMC bereits auf 2-nm-Fertigungstechnik umstellt, plant Russland, bis 2026 Systeme für 130-nm-Prozesse zu entwickeln. Diese sollen dann ab 2027 einsatzbereit sein und entsprechen einem Technikstand der frühen 2000er-Jahre.
Die Entwicklung dieser Systeme ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine finanzielle. Im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern sind die Forschungsbudgets in Russland deutlich kleiner, was die Fortschritte verlangsamt. Dennoch bleibt die Entwicklung eigener Technologien ein strategisches Ziel, um die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern zu reduzieren.
Ein weiteres Ziel der russischen Bemühungen könnte die Produktion von Mikrocontrollern und Sensoren sein, die in verschiedenen industriellen und militärischen Anwendungen eingesetzt werden. Trotz der Fortschritte bleibt Russland jedoch auf Importe angewiesen, insbesondere für fortschrittlichere Technologien, wie sie in modernen Signalprozessoren verwendet werden.
Die Ankündigung der russischen Lithografie-Systeme zeigt, dass das Land bereit ist, in die Entwicklung eigener Technologien zu investieren, auch wenn der Weg zur technologischen Unabhängigkeit noch lang ist. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Russland in der Lage sein wird, den technologischen Rückstand aufzuholen und sich als ernstzunehmender Akteur in der globalen Halbleiterindustrie zu etablieren.
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