MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Rivian, der aufstrebende Elektrofahrzeughersteller, plant in naher Zukunft die Einführung eines freihändigen Fahrassistenzsystems für Autobahnen. Diese Ankündigung markiert einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung autonomer Fahrtechnologien und positioniert Rivian als ernstzunehmenden Wettbewerber in einem Markt, der von etablierten Unternehmen wie Ford und General Motors dominiert wird.
Rivian, bekannt für seine innovativen Elektrofahrzeuge, hat angekündigt, in den kommenden Wochen ein freihändiges Fahrassistenzsystem für Autobahnen einzuführen. Diese Technologie soll es den Fahrern ermöglichen, auf Autobahnen ohne Hände am Lenkrad zu fahren, was Rivian in direkte Konkurrenz zu ähnlichen Systemen von Ford und General Motors bringt. Während Ford sein System BlueCruise nennt, hat GM das System SuperCruise entwickelt. Im Gegensatz dazu erfordert Teslas Full Self-Driving System, dass die Hände des Fahrers stets am Lenkrad bleiben.
Die Einführung dieses Systems erfolgt in einer Zeit, in der Rivian mit Unsicherheiten in Bezug auf mögliche regulatorische Änderungen konfrontiert ist, die durch die Politik der Trump-Administration beeinflusst werden könnten. Trotz dieser Herausforderungen konnte Rivian im vierten Quartal 2024 erstmals einen positiven Bruttogewinn verzeichnen, was auf umfassende Kostensenkungsmaßnahmen und eine Steigerung der Software- und Dienstleistungserlöse zurückzuführen ist.
Rivians Ambitionen im Bereich der Autonomie waren bereits 2018 deutlich, als das Unternehmen aus der Stealth-Phase hervorging. Damals sprach CEO RJ Scaringe von visionären Szenarien, in denen Rivian-Fahrzeuge autonom zu ihren Besitzern fahren könnten, während diese beispielsweise eine Wanderung unternehmen. In den folgenden Jahren rückte die Autonomie jedoch in den Hintergrund, da sich das Unternehmen auf seinen Börsengang und die Markteinführung von drei Fahrzeugmodellen konzentrierte.
Mit der Produktion und Auslieferung von rund 50.000 Fahrzeugen in den letzten beiden Jahren hat Rivian nun mehr Spielraum, um sich auf die Einführung neuer Funktionen wie das freihändige System zu konzentrieren. Ein bedeutender Deal mit Volkswagen, der Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde, verschafft dem Unternehmen zusätzliches Potenzial für Innovationen.
Rivian setzt bei der Entwicklung seiner Fahrassistenzplattform auf sogenanntes „End-to-End“-Training, ähnlich wie Tesla bei seinem Full Self-Driving (Supervised) Softwareansatz. Anstatt fest programmierte Regeln zu verwenden, trainiert Rivian seine Modelle mit Daten von Kameras und Radarsensoren.
Wie Ford und GM beginnt auch Rivian damit, die freihändige Funktion zunächst nur auf Autobahnen zuzulassen. CEO RJ Scaringe erklärte, dass mit der Einführung der „eyes-off“-Version im Jahr 2026 das System schrittweise auf andere Straßentypen ausgeweitet werden soll. „Letztendlich glauben wir, dass freihändiges und augenfreies Fahren im Grunde überall verfügbar sein muss“, so Scaringe.
Um dieses Ziel zu erreichen, prüft Rivian verschiedene kreative Möglichkeiten, um eine erhebliche Menge an GPUs zu nutzen, ohne selbst Kapitalinvestitionen tätigen zu müssen. Dies stellt einen bemerkenswerten Unterschied zu Teslas Ansatz dar, das Milliarden in GPUs investiert.
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