MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Parteizugehörigkeit in den USA eine größere Rolle bei der sozialen Polarisierung spielt als andere Faktoren wie Rasse oder Religion.
In den Vereinigten Staaten nimmt die politische Polarisierung weiter zu und beeinflusst zunehmend alltägliche soziale Interaktionen. Eine neue Studie, veröffentlicht in Political Psychology, zeigt, dass die Parteizugehörigkeit ein stärkerer Treiber für soziale Polarisierung ist als andere soziale Faktoren wie Rasse, Religion oder soziale Klasse. Die Abneigung gegenüber politischen Gegnern scheint dabei mächtiger zu sein als die Loyalität zur eigenen Partei.
Die Forscher Julie M. Norman und Beniamino Green untersuchten, ob diese Polarisierung hauptsächlich von der politischen Zugehörigkeit herrührt oder ob andere überlappende soziale Identitäten eine ebenso wichtige Rolle spielen könnten. Ihre Studie analysierte auch, ob Personen mit “übergreifenden” Identitäten, die nicht in typische parteipolitische Stereotypen passen, eine geringere Polarisierung erfahren.
In einem Conjoint-Umfrageexperiment mit 1.330 Teilnehmern wurden hypothetische Personenprofile präsentiert, die verschiedene Merkmale wie politische Partei, Ideologie, Rasse, Religion, Einkommen und Bildungsniveau beschrieben. Die Teilnehmer bewerteten diese Profile und gaben an, wen sie als Freund, Nachbarn oder Familienmitglied bevorzugen würden.
Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Parteizugehörigkeit alle anderen sozialen Faktoren übertrifft, wenn es darum geht, die Einstellungen der Amerikaner gegenüber anderen zu formen. Die politische Parteizugehörigkeit erwies sich als der stärkste Prädiktor sowohl für In-Group-Favoritismus als auch für Out-Group-Vorurteile.
Während sowohl Demokraten als auch Republikaner ihre eigenen Gruppen bevorzugten, zeigte sich, dass die Feindseligkeit gegenüber der Out-Group intensiver war als die Loyalität zur In-Group. Amerikaner scheinen mehr von der Abneigung gegenüber anderen motiviert zu sein als von der Unterstützung ihrer eigenen Gruppe. Besonders Demokraten zeigten starke negative Gefühle gegenüber Republikanern im Vergleich zur umgekehrten Situation.
Entgegen den Erwartungen reduzierten “übergreifende” Identitäten (wie ein konservativer Demokrat oder ein liberaler Christ) die Polarisierung nicht. Personen mit unerwarteten Identitätskombinationen wurden nicht günstiger behandelt und zeigten selbst keine geringere Voreingenommenheit.
Obwohl weniger einflussreich als die Politik, prägten Rasse und Religion soziale Vorurteile. Demokraten sahen Schwarze im Allgemeinen günstiger als Republikaner, während Republikaner weniger günstige Einstellungen gegenüber Nicht-Christen, insbesondere Atheisten und Muslimen, zeigten.
Die Autoren erkennen an, dass ihre Studie Einstellungen und Präferenzen erfasst, jedoch keine realen Interaktionen misst. Zukünftige Forschungen könnten untersuchen, ob sich diese politischen Vorurteile im tatsächlichen Verhalten in der Welt manifestieren.
Diese Forschung unterstreicht die mächtige Rolle der politischen Identität bei der Gestaltung amerikanischer sozialer Beziehungen. Selbst wenn das Land vielfältiger wird, bleibt die Parteizugehörigkeit die stärkste Trennlinie.
Die Studie legt jedoch nahe, dass in alltäglichen sozialen Interaktionen die politische Feindseligkeit weniger ausgeprägt sein könnte als in abstrakten Einstellungen, was möglicherweise Chancen für den Aufbau von Gemeinschaftsbrücken schafft.
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