SEOUL / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie aus Südkorea legt nahe, dass niedrige LDL-C-Werte in Kombination mit Statintherapie das Risiko für Demenz reduzieren könnten.
In der medizinischen Forschung wird zunehmend untersucht, wie sich Cholesterinwerte auf das Risiko von Demenzerkrankungen auswirken. Eine aktuelle Studie aus Südkorea hat herausgefunden, dass niedrige LDL-C-Werte, auch bekannt als ‘schlechtes’ Cholesterin, das Risiko für die Entwicklung von Demenz verringern können. Diese Wirkung scheint durch die Einnahme von Statinen, einem Medikament zur Senkung des Cholesterinspiegels, noch verstärkt zu werden.
Cholesterin erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen, darunter den Aufbau von Zellmembranen und die Produktion von Hormonen. Dennoch ist die Rolle von Cholesterin bei der Entstehung von Demenz umstritten. Während einige Studien höhere Cholesterinwerte mit einem Schutz vor Demenz in Verbindung bringen, zeigen andere keine klare Verbindung. Die neue südkoreanische Studie deutet darauf hin, dass es einen optimalen Bereich für LDL-C gibt, der das Risiko für Demenz minimiert.
Die Forscher analysierten Daten von über 12 Millionen Menschen, die zwischen 1986 und 2020 in südkoreanischen Kliniken gesammelt wurden. Sie teilten die Teilnehmer in Gruppen mit unterschiedlichen LDL-C-Werten ein und beobachteten sie über einen Zeitraum von 180 Tagen. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen mit LDL-C-Werten unter 70 mg/dL ein um 26 % geringeres Risiko für Demenz hatten als diejenigen mit höheren Werten.
Interessanterweise nahm die Schutzwirkung bei extrem niedrigen LDL-C-Werten ab. Bei einem LDL-C-Wert von 55 mg/dL reduzierte sich das Demenzrisiko nur um 18 %, und bei Werten unter 30 mg/dL war kein Schutz mehr feststellbar. Dies deutet auf einen Schwellenwert hin, unterhalb dessen keine weiteren kognitiven Vorteile erzielt werden.
Statine, die häufig zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden, könnten zusätzlich neuroprotektive Effekte haben. Sie verbessern die Funktion der Endothelzellen, reduzieren Entzündungen im Gehirn und regulieren den Stoffwechsel von Beta-Amyloid, einem Protein, das bei Alzheimer eine Rolle spielt. Dennoch betonen Experten, dass die Ergebnisse der Studie mit Vorsicht zu interpretieren sind, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt.
David Gill, ein Neurologe, warnt davor, die Ergebnisse als Beweis für die Wirksamkeit von Statinen zur Demenzprävention zu sehen. Er empfiehlt, Statine gemäß den bestehenden Richtlinien zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verwenden und nicht ausschließlich zur Vorbeugung von Demenz.
Die Studie trägt dazu bei, das Verständnis der komplexen Rolle von Cholesterin bei der Demenzentwicklung zu vertiefen. Sie unterstreicht die Bedeutung eines ausgewogenen Cholesterinspiegels und einer gesunden Lebensweise, um das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen zu minimieren. Eine herzgesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes bleiben entscheidend.
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