MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In der medizinischen Forschung gibt es immer wieder neue Ansätze, um das Risiko von Demenzerkrankungen zu senken. Eine aktuelle Studie aus Cambridge hat nun einen vielversprechenden Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Medikamente und einem verringerten Demenzrisiko aufgezeigt.
Die Suche nach einer Heilung für Demenz ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin. Während einige neu entwickelte Medikamente Hoffnung auf eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bieten, sind diese oft teuer und nicht für alle Patienten geeignet. Eine neue Studie aus Cambridge hat jedoch gezeigt, dass gängige verschreibungspflichtige Medikamente wie Antibiotika, antivirale Mittel und Impfstoffe mit einem geringeren Demenzrisiko in Verbindung stehen.
Diese Medikamente sind bereits zugelassen und ihre Sicherheitsprofile gut dokumentiert, was schnellere und kostengünstigere klinische Studien ermöglichen könnte. Die Studie analysierte Gesundheitsdaten von 130 Millionen Menschen, darunter eine Million mit Demenzdiagnose, und führte eine systematische Überprüfung von 14 Studien durch, um die möglichen Zusammenhänge zwischen verschreibungspflichtigen Medikamenten und Demenzrisiko weiter zu erforschen.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Antibiotika, antivirale Mittel und entzündungshemmende Medikamente mit einem reduzierten Demenzrisiko assoziiert sind. Auch ein Zusammenhang zwischen den Impfstoffen gegen Hepatitis A, Typhus und Diphtherie und einem geringeren Demenzrisiko wurde festgestellt. Es bleibt jedoch unklar, wie lange die Teilnehmer diese Medikamente eingenommen haben oder wie oft sie verschrieben wurden, was in zukünftigen Studien untersucht werden muss.
Die Forscher vermuten, dass die schützenden Effekte dieser Medikamente auf ihre Fähigkeit zurückzuführen sind, Entzündungen zu reduzieren, Infektionen zu kontrollieren und die allgemeine Gehirngesundheit zu verbessern. Dies unterstützt die Theorie, dass häufige Demenzarten durch virale oder bakterielle Infektionen ausgelöst werden könnten. Infektionen, die von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen andauern, können das Gehirn erheblich schädigen, da sie eine verstärkte Immunreaktion hervorrufen, die Gehirnzellen schädigen und die Gehirnverbindungen stören kann.
Antivirale Mittel und Antibiotika helfen, Infektionen zu bekämpfen, was die übermäßige Immunreaktion dämpfen kann. Impfstoffe können diese Infektionen von vornherein verhindern. In beiden Fällen kann dies das Risiko von langanhaltenden Infektionen und deren potenziell verheerenden Folgen für die Gehirngesundheit erheblich reduzieren.
Interessanterweise haben auch andere Studien einen Zusammenhang zwischen dem BCG-Impfstoff, der gegen Tuberkulose schützt, und einem verringerten Alzheimer-Risiko gezeigt. Dies deutet darauf hin, dass Impfstoffe eine wichtige Rolle bei der Prävention von Demenzerkrankungen spielen könnten.
Die neue Studie fand auch einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von entzündungshemmenden Medikamenten, insbesondere nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen, und einem reduzierten Demenzrisiko. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Entzündungen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Demenz spielen.
Die Ergebnisse für andere Medikamententypen waren weniger konsistent. Blutdruckmedikamente, Antidepressiva und Diabetesmedikamente zeigten sowohl eine Senkung als auch eine Erhöhung des Demenzrisikos. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass diese Medikamente unterschiedliche biologische Prozesse beeinflussen.
Insgesamt sind weitere Forschungen erforderlich, um die Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen und besser zu verstehen, wie diese Medikamente das Demenzrisiko beeinflussen. Randomisierte kontrollierte Studien werden entscheidend sein, um zu sehen, ob diese Medikamente tatsächlich zur Prävention von Demenz eingesetzt werden können. Gleichzeitig könnte die Untersuchung der biologischen Mechanismen, die durch diese Medikamente beeinflusst werden, Aufschluss über die Ursachen von Demenz geben.
Diese Forschung unterstreicht die Bedeutung der Bekämpfung von Entzündungen und Infektionen als Teil einer umfassenderen Strategie zur Erhaltung der Gehirngesundheit. Durch die Neunutzung bestehender Medikamente könnten Wissenschaftler schneller Behandlungen für Patienten bereitstellen und Hoffnung im Kampf gegen Demenz bieten.
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