MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Bedrohung für die Softwareentwicklung ist aufgetaucht: Der sogenannte ‘Rules File Backdoor’-Angriff ermöglicht es Hackern, bösartigen Code in KI-gestützte Code-Editoren wie GitHub Copilot und Cursor einzuschleusen.

Die jüngste Entdeckung in der Welt der Cybersicherheit hat die Aufmerksamkeit von Entwicklern und Unternehmen gleichermaßen auf sich gezogen. Der ‘Rules File Backdoor’-Angriff stellt eine erhebliche Bedrohung für die Integrität von Softwareprojekten dar, indem er KI-gestützte Code-Editoren wie GitHub Copilot und Cursor dazu bringt, schädlichen Code zu generieren. Diese Methode nutzt versteckte Unicode-Zeichen und komplexe Umgehungstechniken, um die KI-Modelle zu manipulieren und so Sicherheitslücken oder Hintertüren in den generierten Code einzuschleusen.

Im Kern basiert der Angriff auf den Regeldateien, die von KI-Agenten verwendet werden, um ihr Verhalten zu steuern. Diese Dateien helfen Entwicklern, Best Practices und Projektarchitekturen zu definieren. Durch das Einbetten sorgfältig gestalteter Eingabeaufforderungen in scheinbar harmlose Regeldateien wird die KI dazu gebracht, Code zu erzeugen, der Sicherheitslücken enthält. Diese ‘vergifteten’ Regeln verleiten die KI dazu, ethische und sicherheitsrelevante Beschränkungen zu umgehen.

Die Auswirkungen eines solchen Angriffs sind weitreichend. Sobald eine vergiftete Regeldatei in ein Projekt-Repository aufgenommen wird, beeinflusst sie alle zukünftigen Code-Generierungssitzungen der Teammitglieder. Dies schafft eine Angriffsfläche für Lieferkettenangriffe, die sich auf nachgelagerte Abhängigkeiten und Endbenutzer auswirken können. Die Bedrohung wird noch verstärkt, da die bösartigen Anweisungen oft auch nach dem Forken eines Projekts bestehen bleiben.

Nach einer verantwortungsvollen Offenlegung im Februar und März 2024 haben sowohl Cursor als auch GitHub erklärt, dass die Benutzer für die Überprüfung und Annahme der von den Tools generierten Vorschläge verantwortlich sind. Diese Haltung unterstreicht die Notwendigkeit, dass Entwickler wachsam bleiben und die von KI-Tools vorgeschlagenen Codes gründlich überprüfen.

Die Sicherheitsforscher von Pillar Security, die diesen Angriff aufgedeckt haben, betonen die Bedeutung eines robusten Sicherheitsbewusstseins in der Softwareentwicklung. Ziv Karliner, Mitbegründer und CTO von Pillar Security, warnt davor, dass der ‘Rules File Backdoor’-Angriff die KI selbst als Angriffsvektor nutzt und so den vertrauenswürdigsten Assistenten eines Entwicklers in einen unbewussten Komplizen verwandelt.

In der Zukunft wird es entscheidend sein, dass Unternehmen und Entwickler nicht nur auf die technischen Fähigkeiten von KI-gestützten Tools vertrauen, sondern auch auf die Sicherheit und Integrität der von ihnen generierten Inhalte achten. Die Einführung von Sicherheitsprotokollen und die regelmäßige Überprüfung von Regeldateien könnten entscheidende Schritte sein, um solche Angriffe zu verhindern.

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Neue Bedrohung: KI-Code-Editoren als Einfallstor für Schadsoftware
Neue Bedrohung: KI-Code-Editoren als Einfallstor für Schadsoftware (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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