MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Der deutsche Wohnimmobilienmarkt zeigt sich widerstandsfähig gegenüber den Herausforderungen steigender Zinsen. Trotz der finanziellen Belastungen durch höhere Hypothekenzinsen verzeichnete der Markt Ende 2024 eine moderate Preissteigerung von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der deutsche Wohnimmobilienmarkt hat sich in den letzten Jahren als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Trotz der Herausforderungen durch gestiegene Zinsen, die die Erschwinglichkeit von Wohnraum beeinträchtigen, stiegen die Preise für Wohnimmobilien Ende 2024 um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da sie den ersten Preisanstieg seit über zwei Jahren markiert.
In den ländlichen Regionen Deutschlands sind die Immobilienpreise rückläufig, während in den Großstädten eine Stabilität zu beobachten ist. Besonders Ein- und Zweifamilienhäuser bleiben in urbanen Gebieten gefragt, was auf eine anhaltende Nachfrage trotz der gestiegenen Zinsen hindeutet. Diese Nachfrage wird durch die wachsende Bevölkerung und die fortschreitende Urbanisierung weiter gestützt.
Die gestiegenen Hypothekenzinsen, die zuletzt bei etwa 3,7 Prozent für Finanzierungen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lagen, stellen eine erhebliche finanzielle Belastung für potenzielle Käufer dar. Einige Experten befürchten, dass die Bauzinsen im Laufe des Jahres auf vier Prozent steigen könnten, was die Finanzierung von Immobilien weiter erschweren würde.
Seit Mitte 2022, als der Höhepunkt eines jahrelangen Immobilienbooms erreicht wurde, sind die Preise für Wohnimmobilien deutlich gesunken. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft erlebte der Markt 2023 den stärksten Preisrückgang seit 60 Jahren, mit einem durchschnittlichen Rückgang von 8,4 Prozent. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die gestiegenen Zinsen beeinflusst, die Kredite verteuerten und viele potenzielle Käufer aus dem Markt drängten.
Der jüngste Anstieg der Bauaufträge deutet jedoch auf eine gewisse Erholung hin. Felix Pakleppa vom Baugewerbeverband ZDB prognostiziert, dass die Immobilienpreise moderat weiter steigen könnten, auch wenn ein Boom wie unter niedrigen Zinsen nicht erwartet wird. Die Nachfrage nach Wohnraum dürfte aufgrund der demografischen Entwicklungen und der Urbanisierung weiterhin bestehen bleiben.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während in ländlichen Kreisen die Immobilienpreise zurückgehen, sind in den sieben großen Metropolen Deutschlands weiterhin Preisanstiege zu beobachten. Dies deutet darauf hin, dass die städtische Nachfrage trotz gestiegener Zinsen ungebrochen bleibt, insbesondere bei Ein- und Zweifamilienhäusern, die stark nachgefragt sind.
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