REDMOND / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einer bemerkenswerten Aktion haben Microsoft-Mitarbeiter gegen die Verträge des Unternehmens zur Bereitstellung von KI- und Cloud-Diensten für das israelische Militär protestiert.



Die Proteste bei Microsoft haben eine neue Dimension erreicht, als fünf Mitarbeiter während eines Treffens mit dem CEO Satya Nadella aus dem Raum eskortiert wurden. Diese Mitarbeiter trugen T-Shirts, die zusammen die Frage bildeten: „Tötet unser Code Kinder, Satya?“ Diese Aktion folgte auf einen Bericht, der aufdeckte, dass KI-Modelle von Microsoft und OpenAI zur Auswahl von Bombenzielen im Nahen Osten verwendet wurden. Der Bericht enthielt auch Details zu einem fehlgeleiteten Luftangriff, der 2023 in Libanon vier Zivilisten tötete. Die Reaktion von Nadella war bemerkenswert unbeeindruckt, da er seine Präsentation fortsetzte, ohne auf die Protestierenden einzugehen. Die Sicherheitskräfte des Unternehmens griffen schnell ein und entfernten die Mitarbeiter aus dem Raum. Microsoft hat bisher keine Stellungnahme zu den Vorfällen abgegeben, auch nicht zu möglichen disziplinarischen Maßnahmen gegen die beteiligten Mitarbeiter. Diese Proteste sind nicht die ersten ihrer Art. Bereits im Oktober wurden zwei Mitarbeiter entlassen, nachdem sie eine nicht genehmigte Mahnwache für palästinensische Flüchtlinge organisiert hatten. Microsoft erklärte damals, dass die Entlassungen im Einklang mit internen Richtlinien stünden, ohne jedoch Details zu nennen. Die Kontroversen um die Verträge mit dem israelischen Militär haben innerhalb des Unternehmens zu einer Spaltung geführt. Während einige Mitarbeiter die Verträge verteidigen, fühlen sich andere durch die Unterstützung für Palästinenser bedroht. Der Bericht der Nachrichtenagentur, der die Nutzung von KI-Modellen durch das israelische Militär detailliert beschreibt, hat innerhalb von Microsoft für erhebliche Diskussionen gesorgt. In einem internen Forum äußerten zahlreiche Mitarbeiter Bedenken, dass das Unternehmen seine eigenen Prinzipien verletzen könnte, indem es Technologien bereitstellt, die Menschen schaden könnten. Abdo Mohamed, ein ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter, der im Oktober entlassen wurde, kritisierte das Unternehmen scharf. Er argumentiert, dass Microsoft Profite über seine Verpflichtungen zu Menschenrechten stellt. Die Gruppe „No Azure for Apartheid“, der Mohamed angehört, fordert die Unternehmensführung auf, die Verträge mit dem israelischen Militär zu kündigen. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die ethischen Herausforderungen, denen sich Technologieunternehmen gegenübersehen, wenn sie ihre Produkte an militärische Organisationen verkaufen. Die Debatte über die Rolle von KI in militärischen Anwendungen ist nicht neu, gewinnt jedoch angesichts der zunehmenden Integration solcher Technologien in militärische Strategien an Dringlichkeit.

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Microsoft-Mitarbeiter protestieren gegen KI-Verträge mit israelischem Militär
Microsoft-Mitarbeiter protestieren gegen KI-Verträge mit israelischem Militär (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)

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