LONDON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Entscheidung der britischen Regierung, die Finanzierung für KI-gestützte Krebsbehandlungstechnologien zu kürzen, sorgt für erhebliche Besorgnis unter Experten. Diese Technologien, die speziell zur Verbesserung der Effizienz und Sicherheit in der Radiotherapie entwickelt wurden, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.
Die britische Regierung hat kürzlich beschlossen, die Finanzierung für KI-gestützte Technologien in der Krebsbehandlung drastisch zu kürzen. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Radiotherapie, die auf die präzise Konturierung von Tumoren angewiesen ist, um die Strahlenbehandlung so effektiv und sicher wie möglich zu gestalten. Experten warnen, dass diese Kürzungen zu längeren Wartezeiten führen und die Sterblichkeitsrate bei Krebspatienten erhöhen könnten.
Die manuelle Konturierung von Tumoren ist ein zeitaufwändiger Prozess, der zwischen 20 und 150 Minuten in Anspruch nehmen kann. Im Gegensatz dazu benötigt die KI-gestützte Autokonturierung weniger als fünf Minuten pro Patient und kostet lediglich etwa 10 bis 15 Pfund. Studien zeigen, dass der Einsatz von KI die Wartezeiten für die Radiotherapie erheblich verkürzen kann, was insbesondere bei Brust-, Prostata- und Lungenkrebspatienten von Vorteil ist.
Im Mai 2024 hatte die konservative Regierung angekündigt, 15,5 Millionen Pfund über drei Jahre hinweg in die KI-Autokonturierung zu investieren. Diese Mittel sollten allen Krankenhäusern zur Verfügung stehen, die Radiotherapie anbieten. Nach den Wahlen wurde das Programm weitergeführt, und viele Radiotherapie-Abteilungen begannen mit der Implementierung der cloudbasierten Technologie, in der Annahme, dass die Finanzierung gesichert sei.
Doch im Februar wurde bekannt, dass die Finanzierung gestrichen wurde, da andere Investitionen priorisiert werden mussten. Diese Entscheidung zwingt viele Abteilungen dazu, zur manuellen Konturierung zurückzukehren, was zu einem erheblichen Rückschritt in der digitalen Transformation der Krebsbehandlung führt. Laut einer Analyse von Radiotherapy UK wird die Streichung der Finanzierung zu einer Verlängerung der Wartelisten um bis zu 500.000 Tage führen.
Prof. Pat Price, Vorsitzender von Radiotherapy UK, kritisiert die Entscheidung scharf und fordert die Regierung auf, einzugreifen. Die ohnehin schon langen Wartelisten für Radiotherapie könnten sich weiter verlängern, was die ohnehin angespannte Personalsituation in den Krankenhäusern verschärfen würde. Der Einsatz von KI hätte helfen können, diese Belastungen zu verringern.
Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass die Regierung weiterhin in die Radiotherapie investiere, um alte Maschinen zu ersetzen und den Zugang zu modernster Technologie zu gewährleisten. Dennoch bleibt die Frage offen, wie die Kluft zwischen den Versprechungen der Regierung und den tatsächlichen Investitionen in KI-Technologien geschlossen werden kann.
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