MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass negative Kindheitserfahrungen das emotionale Erleben im Erwachsenenalter nachhaltig beeinflussen können. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die in ihrer Kindheit Missbrauch oder Vernachlässigung erfahren haben, sowohl auf negative als auch auf positive Ereignisse intensiver reagieren.
Eine aktuelle Studie der Heriot-Watt University hat aufgedeckt, dass negative Kindheitserfahrungen nicht nur die Reaktion auf stressige oder problematische Ereignisse im Erwachsenenalter verstärken, sondern auch die Fähigkeit beeinträchtigen können, Freude an positiven Erlebnissen zu empfinden. Diese Erkenntnisse basieren auf der Untersuchung von fast 2000 Erwachsenen im Alter von 35 bis 86 Jahren, die über einen Zeitraum von acht Tagen ihre täglichen Erlebnisse und Emotionen dokumentierten.
Die Forscher um Dr. Sophie Potter fanden heraus, dass Menschen mit einer Geschichte von Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit eine stärkere emotionale Reaktion auf alltägliche Probleme zeigten. Interessanterweise lösten selbst positive Ereignisse bei diesen Personen oft negative Emotionen aus, was auf einen tief verwurzelten emotionalen Abdruck hindeutet, der bis ins Erwachsenenalter hineinwirkt.
Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die langfristigen Auswirkungen von Kindheitstraumata auf das emotionale Erleben. Während bisherige Forschungen sich hauptsächlich auf die Reaktionen auf negative Ereignisse konzentrierten, zeigt diese Studie, dass auch die Reaktion auf positive Erlebnisse beeinträchtigt sein kann. Dies könnte erklären, warum viele Menschen trotz fehlender klinischer Diagnosen von Depressionen oder Angststörungen im Alltag emotional instabil sind.
Dr. Potter betont, dass etwa 30% der Erwachsenen in westlichen Ländern in ihrer Kindheit negative Erfahrungen gemacht haben. Dennoch konzentriert sich die Forschung oft auf Personen mit klinischen Störungen, während die subtilen Auswirkungen auf die allgemeine Bevölkerung weniger Beachtung finden. Ein besseres Verständnis dieser Zusammenhänge könnte Menschen helfen, ihre emotionalen Reaktionen besser zu regulieren und sich anzupassen.
Die Studie, die im Journal Emotion veröffentlicht wurde, nutzt Daten aus der National Study of Daily Experiences 2 (NSDE-II), die zwischen 2004 und 2009 gesammelt wurden. Die Forscher verwendeten multilevel Modelle, um die Rolle von Kindheitserfahrungen als Moderatoren für emotionale Reaktionen auf positive und negative tägliche Ereignisse zu untersuchen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl kumulative als auch auf Missbrauch basierende Kindheitserfahrungen mit einer erhöhten negativen und/oder verminderten positiven Affektivität an Tagen mit negativen und positiven Ereignissen verbunden sind. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis über den langanhaltenden und allgegenwärtigen Einfluss früher Lebenserfahrungen auf das tägliche emotionale Erleben im Erwachsenenalter.
Dr. Potter plant, die Forschung auf größere und diversere Gruppen auszuweiten, um zu untersuchen, ob es Altersgrenzen gibt, ab denen die Auswirkungen von Kindheitserfahrungen auf das Verhalten abnehmen. Dies könnte auch Aufschluss darüber geben, ob Resilienz oder Selbstkenntnis im Laufe der Zeit eine Rolle spielen.
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