CAMBRIDGE / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben einen bemerkenswerten Fortschritt in der Entwicklung von Mikroflugrobotern erzielt. Diese winzigen Maschinen, die in ihrer Größe und Beweglichkeit Insekten ähneln, könnten zukünftig eine bedeutende Rolle in der künstlichen Bestäubung spielen.
Die Wissenschaftler des MIT haben einen Flugroboter entwickelt, der nicht nur die Form eines Insekts hat, sondern auch dessen Beweglichkeit und Flugfähigkeiten nachahmt. Dieser Roboter, der lediglich 750 Milligramm wiegt, kann dank seiner vier Flügel akrobatische Manöver ausführen und verfügt über eine deutlich längere Flugdauer als vergleichbare Modelle. Die Forscher sehen in ihm ein potenzielles Werkzeug für die künstliche Bestäubung, was in der Landwirtschaft von großem Nutzen sein könnte.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Schlagflügelrobotern, die Elektromotoren verwenden, setzt der MIT-Roboter auf muskelähnliche Aktuatoren. Diese bestehen aus Elastomerschichten, die zwischen feinen Kohlenstoffnanoröhrchen-Elektroden eingeklemmt sind. Diese Konstruktion ermöglicht eine schnelle Ausdehnung und Kontraktion, was die Flügelbewegung effizienter macht und höhere Schlagfrequenzen erlaubt. Diese Innovation führt zu einer erheblichen Verbesserung der Flugleistung und der Ausdauer des Roboters.
Die Forscher mussten ursprünglich mit einer achtflügeligen Version experimentieren, stellten jedoch fest, dass sich die Auftriebskräfte gegenseitig behinderten. Die Reduzierung auf vier Flügel erwies sich als effektiver, da sie Platz spart und Raum für die notwendige Steuerungselektronik lässt. Diese Anpassung hat nicht nur die mechanische Belastung reduziert, sondern auch das Drehmoment verdreifacht, was zu einer verbesserten Flugstabilität führt.
Ein bemerkenswerter Aspekt des MIT-Roboters ist seine Flugdauer. Während herkömmliche Modelle nur etwa 20 Sekunden in der Luft bleiben können, erreicht dieser Roboter eine Flugdauer von 1000 Sekunden. Mit einer Geschwindigkeit von 35 cm/s ist er zudem schnell und wendig genug, um komplexe Flugmanöver wie Flips und Rollen durchzuführen. Diese Präzision ist entscheidend für zukünftige Anwendungen, wie das gezielte Landen auf Blüten zur Bestäubung.
Derzeit erfolgt die Steuerung des Roboters und die Energiezufuhr noch extern über Kabel, was seine Autonomie einschränkt. Die Forscher arbeiten jedoch daran, diese Einschränkungen zu überwinden und dem Roboter mehr Unabhängigkeit zu verleihen. Sie gehen davon aus, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis alle Komponenten vollständig integriert sind. Mit weiteren Optimierungen könnte die Flugdauer auf bis zu 10.000 Sekunden erhöht werden, was mehr als zweieinhalb Stunden entspricht.
Die Entwicklung solcher Mikroflugroboter könnte weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Industrien haben. Insbesondere in der Landwirtschaft könnte der Einsatz solcher Roboter die Effizienz der Bestäubung erheblich steigern und somit zur Sicherung der Nahrungsmittelproduktion beitragen. Die Forscher des MIT sind optimistisch, dass ihre Arbeit nicht nur technologische Fortschritte bringt, sondern auch praktische Anwendungen findet, die über die Forschung hinausgehen.
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