MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die jüngsten Inflationsdaten aus dem Euroraum zeigen einen anhaltenden Rückgang der Teuerungsrate, was die Europäische Zentralbank (EZB) vor eine komplexe Zinsentscheidung stellt. Die Verbraucherpreise sind im März auf 2,2 % gesunken, was dem Zielwert der EZB näherkommt. Doch geopolitische Spannungen, insbesondere die Zollpolitik der USA, könnten die geldpolitischen Pläne der EZB beeinflussen.
Die Inflation im Euroraum hat sich im März weiter abgeschwächt und liegt nun bei 2,2 %, was eine Annäherung an den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) darstellt. Diese Entwicklung wird von der EZB genau beobachtet, da sie ihre geldpolitischen Maßnahmen darauf abstimmt, die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Kerninflation, die um Energie und Lebensmittel bereinigt ist, sank ebenfalls deutlicher als erwartet auf 2,4 %. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Teuerung im Dienstleistungssektor von 3,7 % auf 3,4 %, was als wichtiges Signal für die zugrunde liegende Preisdynamik gilt.
Die EZB steht nun vor der Herausforderung, am 17. April eine Entscheidung über die Leitzinsen zu treffen. Eine weitere Zinssenkung wäre der siebte Schritt seit Juni des vergangenen Jahres. Innerhalb des EZB-Rats herrscht jedoch Unsicherheit, nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftspolitischen Signale aus den USA. Präsident Donald Trump plant neue Importzölle, darunter pauschale 25 % auf europäische Autos, was erhebliche Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation haben könnte.
Die Finanzmärkte reagieren zunehmend vorsichtig auf die bevorstehende Zinsentscheidung. Während in der vergangenen Woche noch eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im April eingepreist war, liegt die Quote laut Bloomberg-Daten nun bei 70 %. Einige Ratsmitglieder der EZB zeigen Zurückhaltung, darunter Olli Rehn, der Notenbankchef Finnlands, der betonte, dass man nur bei stabiler Datengrundlage agieren werde.
Die geplanten US-Zölle und eine mögliche Schwäche des Euro könnten die Inflationsdynamik im Euroraum verändern. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte, dass US-Zölle das Wachstum im Euroraum um 0,3 Prozentpunkte drücken könnten. Gleichzeitig könnte eine schwächere Gemeinschaftswährung die Inflation kurzfristig um bis zu 0,5 Prozentpunkte anheben.
Obwohl der Disinflationstrend noch nicht in allen Euroländern angekommen ist, zeigt sich der Arbeitsmarkt robust. Die Arbeitslosenquote sank im Februar überraschend auf ein Rekordtief von 6,1 %. Für den mittelfristigen Inflationsausblick bleibt die Entwicklung der Löhne entscheidend. Die EZB geht davon aus, dass sich der Lohndruck schrittweise abschwächt, was einen nachhaltigen Rückgang der Inflation bis Anfang 2026 plausibel macht.
Experten wie Jamie Rush von Bloomberg Economics sehen die Chancen für einen baldigen Zinsschritt steigen. Die Inflation sei auf Kurs, die Kerninflation sinke schneller als erwartet und die Zinsen näherten sich einem neutralen Niveau. Eine Entscheidung im April sei damit wahrscheinlicher, zumal geopolitische Risiken wie neue Zölle bereits eingepreist würden.
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