BERLIN / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Angesichts der geopolitischen Spannungen und der veränderten Haltung der USA unter Präsident Donald Trump sieht der Grünen-Politiker Anton Hofreiter dringenden Handlungsbedarf für Europa. Er warnt vor der Erpressbarkeit durch Russland und die USA und fordert massive Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas.



In einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten zunehmen, betont der Grünen-Abgeordnete Anton Hofreiter die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit Europas zu stärken. Er sieht Europa in einer prekären Lage, da es sowohl von Russland als auch von den USA erpressbar sei, wenn es nicht in der Lage ist, seine eigene Sicherheit zu gewährleisten. Diese Einschätzung teilt er in einem Interview, in dem er auf die veränderte Haltung der USA unter Präsident Donald Trump hinweist.

Hofreiter hebt hervor, dass die Äußerungen Trumps den Schutz Europas durch die NATO infrage gestellt haben. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, um die militärische Durchhaltefähigkeit zu verbessern, was sowohl die Menge an Munition als auch die Anzahl der Truppen betrifft. Zudem weist er auf die Bedeutung der Cybersicherheit hin, da Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke oder Krankenhäuser verheerende Folgen haben könnten.

Ein weiterer Aspekt, den Hofreiter anspricht, ist die Abhängigkeit Europas von den USA in Bezug auf Geheimdienstinformationen. Er betont, dass Deutschland und Europa häufig auf Informationen aus den USA angewiesen sind, was die Notwendigkeit von Investitionen in eigene Kapazitäten unterstreicht. Diese Investitionen könnten schnell in die Milliarden gehen, so Hofreiter.

Auch die Infrastruktur sieht Hofreiter als Schwachstelle. Deutschland sei im Spannungsfall eine Logistikdrehscheibe für seine Verbündeten, doch viele Brücken seien in einem schlechten Zustand und die Eisenbahn nicht in der Lage, schnell und zuverlässig große Mengen zu transportieren. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, fordert er eine Lockerung der Schuldenbremse für Investitionen.

Hofreiter plädiert zudem für einen europäischen Verteidigungsfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro. Er argumentiert, dass ein solcher Fonds flexibler sei als ein Sondervermögen, da er auch die Geheimdienste umfassen könnte. Die Ausrufung einer Notlage, um zusätzliche Schulden aufzunehmen, hält er für begründbar, warnt jedoch vor den juristischen Problemen, die eine solche Maßnahme mit sich bringen könnte.

Die von Hofreiter geforderten Investitionen hätten auch positive Nebeneffekte für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Bessere Brücken, eine leistungsfähigere Bahn und eine verbesserte digitale Infrastruktur würden nicht nur der Verteidigung, sondern auch der allgemeinen Lebensqualität zugutekommen. Er erinnert daran, dass in den 1970er und 1980er Jahren sowohl die Schulen als auch die Bundeswehr gut ausgestattet waren, was zeigt, dass eine ausgewogene Investitionspolitik möglich ist.

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Hofreiter fordert massive Investitionen in Europas Verteidigungsfähigkeit
Hofreiter fordert massive Investitionen in Europas Verteidigungsfähigkeit (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)

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