LONDON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einem bemerkenswerten Schritt zur Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen nach einer fast vierjährigen Pause plant die britische Finanzministerin Rachel Reeves im Januar 2024 einen Besuch in China.



Die britische Finanzministerin Rachel Reeves plant im Januar 2024 einen Besuch in China, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Dies markiert einen bedeutenden Schritt der neuen Labour-Regierung, die darauf abzielt, die durch geopolitische Spannungen geschädigten Beziehungen zu verbessern. Reeves wird sich mit Chinas Vizepremier He Lifeng treffen, um den Economic and Financial Dialogue (EFD) neu zu starten, der zuletzt 2019 stattfand.

Der EFD ist eine jährliche Plattform für hochrangige Gespräche, die darauf abzielt, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Sollte dieser Dialog erfolgreich verlaufen, könnte auch die Joint Economic and Trade Commission (JETCO) wiederbelebt werden. Diese Plattform war in der Vergangenheit ein wichtiger Kanal für den bilateralen Handel, bevor sie aufgrund politischer Differenzen auf Eis gelegt wurde.

Der Besuch von Reeves fällt in eine Zeit, in der britische Unternehmen verstärkt auf die Wiederaufnahme des UK-China CEO Councils drängen. Diese Initiative wurde 2018 ins Leben gerufen, um den Austausch auf Führungsebene zu fördern. Der Vorsitzende von HSBC, Mark Tucker, wird Teil einer Wirtschaftsdelegation sein, die nach China reist, um den Handel und Investitionen, insbesondere im Finanzdienstleistungssektor, zu fördern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reise ist ein geplanter Besuch in Shanghai, wo Reeves britische Unternehmen treffen wird, die in China tätig sind. Diese Initiative zielt darauf ab, die durch Differenzen über Hongkong und andere geopolitische Konflikte belasteten Beziehungen zu verbessern. Die neue Labour-Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine konstruktivere Partnerschaft mit China zu entwickeln.

Historisch gesehen begannen die Spannungen zwischen Großbritannien und China unter den konservativen Vorgängerregierungen, die den „goldenen Ära“ der Kooperation, initiiert von David Cameron, für beendet erklärten. In der Vergangenheit führten die regelmäßigen Dialoge zu bedeutenden Initiativen wie dem London-Shanghai Stock Connect und der britischen Beteiligung an der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank.

Die Hoffnung besteht, dass durch diese neuen Impulse beide Nationen wieder vermehrt in gemeinsame Initiativen investieren, insbesondere in nachhaltige Projekte wie das britische Hinkley Point C Kernkraftwerk. Diese Projekte könnten nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen stärken, sondern auch zur globalen Nachhaltigkeit beitragen.

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