MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In der digitalen Welt, in der Datenschutz und Sicherheit immer wichtiger werden, hat Google mit der Einführung einer neuen Funktion auf Android-Geräten für Aufsehen gesorgt. Diese Funktion, eine App namens SafetyCore, wurde ohne das Wissen der Nutzer installiert und sorgt nun für Diskussionen über die Grenzen des Datenschutzes.



Die Einführung von SafetyCore auf Android-Geräten hat viele Nutzer überrascht und verärgert. Diese App, die seit Oktober letzten Jahres auf Geräten mit Android 9 oder neuer läuft, durchsucht im Hintergrund Nacktbilder, die auf dem Gerät empfangen oder erstellt werden. Obwohl Google behauptet, dass SafetyCore eine datenschutzfreundliche Schutzinfrastruktur bieten soll, fühlen sich viele Nutzer in ihrer Privatsphäre verletzt.

Die App hat im Google Play Store vernichtende Bewertungen erhalten, da sie ohne Zustimmung der Nutzer installiert wurde. Google argumentiert, dass SafetyCore eine wichtige Systemkomponente sei, die für die Nutzung von Apps notwendig ist. Dennoch bleibt die Frage, ob die ungefragte Installation solcher Software gerechtfertigt ist.

Technisch gesehen nutzt SafetyCore KI-Algorithmen, um sensible Inhalte in Apps wie Google Messages zu erkennen und davor zu warnen. Diese Funktion könnte theoretisch dazu beitragen, Frauen und Minderjährige vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Doch die Art und Weise, wie die App eingeführt wurde, stößt auf wenig Gegenliebe.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Transparenz darüber, welche anderen Apps von SafetyCore betroffen sind. Android-Entwickler betonen, dass die App keine Informationen an Google sendet und nur lokal auf dem Gerät arbeitet. Dennoch bleibt ein Gefühl der Unsicherheit bei den Nutzern bestehen.

Um SafetyCore zu deaktivieren, müssen Nutzer tief in die Systemeinstellungen ihres Geräts eintauchen. Die App ist relativ versteckt und erscheint nicht als normales App-Icon. Nutzer müssen die Systemprozesse durchsuchen, um die App zu finden und zu deaktivieren oder zu deinstallieren, falls möglich.

Die Diskussion um SafetyCore wirft ein Licht auf die Balance zwischen Sicherheit und Privatsphäre in der digitalen Welt. Während die Absicht, Nutzer vor schädlichen Inhalten zu schützen, lobenswert ist, zeigt die Reaktion der Nutzer, dass Transparenz und Zustimmung entscheidend sind. Es bleibt abzuwarten, wie Google auf die Kritik reagieren wird und ob zukünftige Updates die Bedenken der Nutzer adressieren können.

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