MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Astronomie steht möglicherweise vor einem spektakulären Ereignis: Das Sternensystem T Coronae Borealis könnte bald eine Nova-Explosion erleben, die mit bloßem Auge sichtbar sein wird.
Das Sternensystem T Coronae Borealis, etwa 3.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, zieht derzeit die Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich. Es besteht aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Riesen, die sich in einer engen Umlaufbahn befinden. Diese Konstellation führt dazu, dass der Rote Riese instabil wird und seine äußeren Schichten abstößt. Dieses Material sammelt sich auf der Oberfläche des Weißen Zwergs, was letztlich zu einer Explosion führen kann.
Historisch gesehen ereigneten sich solche Explosionen in diesem System in den Jahren 1787, 1866 und 1946. Aufgrund dieser zeitlichen Abstände und aktueller Beobachtungen schätzen Astronomen, dass die nächste Eruption zwischen dem 27. März 2025 und dem 25. Juni 2026 stattfinden könnte. Diese Vorhersagen basieren jedoch auf ungenauen Modellen, da es keine physikalische Theorie gibt, die die genauen Zeitpunkte solcher Ereignisse vorhersagen kann.
Der Astronom Jean Schneider vom Observatoire de Paris hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die sich mit den möglichen Zeitpunkten der Explosion befasst. Er betont, dass trotz der bisherigen Beobachtungen keine gesicherten Vorhersagen getroffen werden können. Die NASA hatte ursprünglich erwartet, dass die Explosion spätestens im September 2024 stattfinden würde, basierend auf einem Einbruch in der Lichtkurve des Systems, der dem von 1946 ähnelt.
Wenn die Explosion tatsächlich stattfindet, wird T Coronae Borealis am Nachthimmel so hell wie der Polarstern erscheinen und mit bloßem Auge sichtbar sein. Diese Helligkeit wird jedoch nur für einige Stunden anhalten, bevor sie wieder abnimmt. Nach einigen Tagen wird das Sternensystem nur noch mit einem Teleskop zu erkennen sein.
Für Astronomen bietet dieses Ereignis eine seltene Gelegenheit, die Mechanismen hinter solchen Nova-Explosionen besser zu verstehen. Durch Beobachtungen von der Erde und aus dem Weltraum hoffen Wissenschaftler, neue Erkenntnisse über die Dynamik solcher Systeme zu gewinnen. Die genaue Beobachtung und Analyse von T Coronae Borealis könnte auch dazu beitragen, zukünftige Ereignisse dieser Art besser vorherzusagen.
Wer das Ereignis mitverfolgen möchte, sollte den Nachthimmel zwischen den Sternbildern Bärenhüter und Herkules im Auge behalten. Von der Nordhalbkugel aus ist dies der beste Ort, um das Spektakel zu beobachten, falls es tatsächlich zu einer Explosion kommt.
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