MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Plattform openSNP, bekannt für die Bereitstellung einer offenen Datenbank für genetische Informationen, wird Ende April ihre Tore schließen und alle gespeicherten Daten löschen. Diese Entscheidung wurde von Mitbegründer Bastian Greshake Tzovaras aufgrund von Datenschutzbedenken und der Zunahme autoritärer Regierungen weltweit getroffen.
Die Entscheidung zur Schließung von openSNP, einer der größten öffentlichen Datenbanken für genetische Informationen, wurde von Bastian Greshake Tzovaras, einem der Mitbegründer, bekannt gegeben. Die Plattform, die 2011 ins Leben gerufen wurde, ermöglichte es Nutzern, ihre genetischen Testergebnisse hochzuladen und mit anderen zu vergleichen. Mit fast 13.000 Nutzern war openSNP eine bedeutende Ressource für wissenschaftliche und akademische Forschung.
Die Schließung erfolgt inmitten der finanziellen Probleme von 23andMe, einem führenden Anbieter kommerzieller genetischer Tests, der kürzlich Insolvenzschutz beantragt hat. Dies hat Bedenken ausgelöst, dass die sensiblen genetischen Daten der Kunden an den Höchstbietenden verkauft werden könnten, ohne die ursprünglichen Datenschutzversprechen einzuhalten. Die Generalstaatsanwälte von Kalifornien und New York haben Kunden von 23andMe gewarnt, ihre Daten vor dem gerichtlich genehmigten Verkauf zu löschen.
Ein weiterer Grund für die Schließung von openSNP ist laut Greshake Tzovaras der Anstieg autoritärer Regierungen weltweit. Er verweist auf die Entfernung öffentlicher Daten von Regierungswebsites in den USA nach der Rückkehr von Präsident Trump an die Macht. Diese Entwicklungen haben das Risiko erhöht, dass genetische Daten missbraucht werden könnten, um falsche Behauptungen aufzustellen und möglicherweise eine dunklere Ära der Eugenik zurückzubringen.
Greshake Tzovaras betonte, dass die Bereitstellung von freiem und offenem Zugang zu individuellen genetischen Daten heute ein anderes Risiko-Nutzen-Verhältnis aufweist als vor 14 Jahren. Die Entscheidung, openSNP zu schließen und die darin gespeicherten Daten zu löschen, sei der verantwortungsvollste Umgang mit diesen Daten in der heutigen Zeit.
Die Plattform openSNP war stets ein Balanceakt zwischen den potenziellen Nutzen und Risiken. Ein historisches Beispiel ist die Nutzung genetischer Daten von der Genealogie-Website GEDmatch durch Strafverfolgungsbehörden im Jahr 2018 zur Identifizierung eines berüchtigten Serienmörders. Im Vergleich zu größeren, auf Abstammung spezialisierten Datenbanken schien openSNP damals weniger relevant oder gefährdet für die Nutzung durch Strafverfolgungsbehörden.
Greshake Tzovaras erklärte, dass die Missbrauchsmöglichkeiten von Wissenschaft in der heutigen Zeit sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr unterschiedlich sind im Vergleich zur ersten Trump-Administration. Neben der Diskussion über die Auswirkungen genetischer Daten im Kontext der Insolvenz von 23andMe sei es an der Zeit, den Stecker zu ziehen.
Er reflektierte auch positiv über die 14-jährige Laufzeit von openSNP, die mit einem Budget von etwa 100 US-Dollar pro Monat betrieben wurde. Im Gegensatz zu kommerziellen Startups, die versucht haben, die Daten der Menschen zu monetarisieren und letztlich gescheitert sind, sei openSNP ein Zeugnis für die Kraft von Open Source und Kultur.
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