MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Fähigkeit, sich an die ersten Lebensjahre zu erinnern, bleibt für viele Menschen ein Rätsel. Neue Forschungen zeigen jedoch, dass Babys bereits viel früher Erinnerungen bilden können, als bisher angenommen.

Die Frage, warum wir uns nicht an unsere frühen Lebensjahre erinnern können, beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Trotz der weit verbreiteten Annahme, dass Babys keine Erinnerungen bilden können, deuten neue Studien darauf hin, dass das Gegenteil der Fall ist. Forscher der Yale- und Columbia-Universitäten haben herausgefunden, dass Babys bereits im Alter von 12 Monaten in der Lage sind, Erinnerungen zu bilden. Diese Entdeckung könnte unser Verständnis von Gedächtnisbildung und -verlust grundlegend verändern.

In der aktuellen Studie, die in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, nutzten die Forscher eine speziell angepasste Gehirnscantechnologie, um die Aktivität des Hippocampus bei Babys zu beobachten. Der Hippocampus ist der Bereich des Gehirns, der bei Erwachsenen für die Speicherung von Erinnerungen verantwortlich ist. Die Forscher stellten fest, dass Babys, deren Hippocampus beim ersten Anblick eines Bildes aktiver war, dieses Bild später wiedererkannten, wenn es erneut gezeigt wurde.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass das episodische Gedächtnis, das uns hilft, spezifische Ereignisse und deren Kontext zu erinnern, viel früher entwickelt wird, als bisher angenommen. Bisher ging man davon aus, dass diese Art von Gedächtnis erst nach dem ersten Geburtstag eines Kindes, typischerweise zwischen 18 und 24 Monaten, beginnt. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bereits jüngere Babys in der Lage sind, solche Erinnerungen zu bilden.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass die Erinnerungen, die in der frühen Kindheit gebildet werden, nicht lange anhalten. Dies könnte erklären, warum wir uns später im Leben nicht mehr an diese Erinnerungen erinnern können. Eine laufende Studie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Deutschland zeigt, dass 20 Monate alte Kleinkinder sich bis zu sechs Monate lang an bestimmte Ereignisse erinnern können, während jüngere Kinder diese Erinnerungen nur etwa einen Monat lang behalten.

Die Unfähigkeit, sich an persönliche Erlebnisse aus der frühen Kindheit zu erinnern, wird als infantile Amnesie bezeichnet. Wissenschaftler vermuten, dass die schnelle Neurogenese, also die Bildung neuer Neuronen im Gehirn von Babys, bestehende Erinnerungen überschreiben könnte. In Tierstudien wurde gezeigt, dass eine Verlangsamung dieses Prozesses bei Mäusen dazu führte, dass diese ihre Erinnerungen länger behalten konnten.

Ein weiterer Erklärungsansatz ist, dass das episodische Gedächtnis Sprache und ein Selbstbewusstsein erfordert, um Erinnerungen zu organisieren und abzurufen. Da diese Fähigkeiten erst um das dritte oder vierte Lebensjahr vollständig entwickelt sind, könnte das Gehirn noch nicht in der Lage sein, Erinnerungen auf die gleiche Weise wie bei Erwachsenen zu speichern und abzurufen.

Einige Forscher glauben, dass der Prozess des Vergessens eine entwicklungsbedingte Funktion erfüllen könnte. Indem das Gehirn spezifische frühe Erfahrungen loslässt, könnte es besser in der Lage sein, allgemeines Wissen aufzubauen, ohne durch detaillierte Erinnerungen abgelenkt zu werden, die keinen Zweck mehr erfüllen.

Obwohl einige Menschen behaupten, sich an Ereignisse aus der frühen Kindheit erinnern zu können, gibt es keine Beweise dafür, dass es sich dabei um echte episodische Erinnerungen handelt. Häufig handelt es sich um eine psychologische Fehlattribution, bei der Informationen aus Fotos oder Erzählungen fälschlicherweise als persönliche Erinnerungen wahrgenommen werden.


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Frühe Kindheitserinnerungen: Neue Erkenntnisse über das Gedächtnis von Babys
Frühe Kindheitserinnerungen: Neue Erkenntnisse über das Gedächtnis von Babys (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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