PARIS / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einer wegweisenden Entscheidung hat das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs, der Conseil d’État, der Regierung die Befugnis erteilt, soziale Netzwerke unter außergewöhnlichen Umständen ohne gesetzliche Grundlage zu sperren.

In einer bemerkenswerten Entscheidung hat der Conseil d’État, Frankreichs höchstes Verwaltungsgericht, der Regierung die Möglichkeit eingeräumt, soziale Netzwerke unter bestimmten außergewöhnlichen Umständen zu sperren, ohne dass eine gesetzliche Grundlage erforderlich ist. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf die digitale Kommunikation und die Meinungsfreiheit in Frankreich haben.

Der Premierminister von Frankreich kann nun Netzbetreiber anweisen, den Zugang zu sozialen Netzwerken vollständig zu sperren, wenn dies angesichts besonders schwerwiegender Ereignisse als notwendig erachtet wird. Diese Maßnahme darf jedoch nur ergriffen werden, wenn keine milderen Mittel zur Verfügung stehen und die Sperre auf die Zeit beschränkt ist, die zur Erkundung und Ergreifung alternativer Maßnahmen erforderlich ist.

Ein konkretes Beispiel für diese neue Befugnis war die Sperrung des chinesischen Videodienstes TikTok in Neukaledonien im Mai 2024. Diese Sperre wurde vom damaligen Premierminister Gabriel Attal aufgrund von Unruhen in der Kolonie verhängt, die durch TikTok-Videos angeheizt wurden. Allerdings hob das Gericht die Sperre nachträglich auf, da die Regierung eine der drei erforderlichen Bedingungen nicht beachtet hatte, nämlich die zeitliche Beschränkung der Maßnahme.

Die Entscheidung des Conseil d’État basiert auf der sogenannten Theorie der außergewöhnlichen Umstände, die erstmals im Ersten Weltkrieg entwickelt wurde. Diese Theorie erlaubt es der Regierung, ihre gesetzlichen Befugnisse zu überschreiten, wenn die Umstände dies erfordern. Kritiker, darunter die französische Liga für Menschenrechte und die Bürgerrechtsorganisation La Quadrature du Net, argumentieren jedoch, dass Einschränkungen der Meinungsfreiheit nur auf gesetzlicher Grundlage zulässig sein sollten.

Die Entscheidung des Gerichts hat eine Debatte über die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit ausgelöst. Während einige die Notwendigkeit solcher Maßnahmen in Krisenzeiten betonen, warnen andere vor den Gefahren einer zu weitreichenden Zensur. Die Frage, wie weit Regierungen gehen dürfen, um die öffentliche Ordnung zu schützen, bleibt ein umstrittenes Thema.

In der digitalen Ära, in der soziale Netzwerke eine zentrale Rolle in der Kommunikation spielen, stellt sich die Frage, wie solche Maßnahmen die Meinungsfreiheit und den Zugang zu Informationen beeinflussen könnten. Die Entscheidung des Conseil d’État könnte als Präzedenzfall für andere Länder dienen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen.


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Frankreichs Regierung erhält Befugnis zur Sperrung sozialer Netzwerke
Frankreichs Regierung erhält Befugnis zur Sperrung sozialer Netzwerke (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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