FRANKFURT / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Inmitten wirtschaftlicher Unsicherheiten und politischer Spannungen in Europa erwägt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Anpassung ihrer Zinspolitik. Die Möglichkeit, den Einlagensatz auf 2 % zu senken, wird als Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen diskutiert.
Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor der Herausforderung, ihre Geldpolitik in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld anzupassen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten und politischer Spannungen in Europa, insbesondere in Deutschland und Frankreich, wird die Möglichkeit einer Zinssenkung auf 2 % intensiv diskutiert. Diese Maßnahme könnte als Reaktion auf die wirtschaftlichen Herausforderungen und zur Unterstützung der Konjunktur in der Eurozone dienen.
Francois Villeroy de Galhau, ein Mitglied des EZB-Rats, hat angedeutet, dass die Zentralbank bei ihren kommenden Sitzungen eine Serie von Zinssenkungen in Betracht ziehen könnte. Diese Aussicht könnte zu einer Senkung des Einlagensatzes auf 2 % bis zum Sommer führen, ausgehend von derzeit 3 %. Villeroy betonte die Notwendigkeit von Flexibilität und die Bereitschaft, bei Bedarf agiler zu handeln, um auf neue wirtschaftliche Daten zu reagieren.
Die Bemühungen der EZB, die Inflation auf das Ziel von 2 % zurückzubringen, sind trotz der Herausforderungen auf Kurs. Die Strategie, bei jeder Zusammenkunft aktiv zu werden, hat sich als erfolgreich erwiesen, auch angesichts der Drohungen von Handelszöllen seitens des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Ein plausibler Konsens innerhalb der EZB deutet darauf hin, dass diese Strategie weiterhin verfolgt werden sollte.
Investoren spekulieren darauf, dass die EZB die Kreditkosten im Jahr 2025 viermal senken wird. Diese Spekulationen basieren auf der Annahme, dass politische Unruhen in Deutschland und Frankreich die Wirtschaft der Eurozone belasten könnten. Peter Kazimir aus der Slowakei, ein bekannter Vertreter der restriktiven Geldpolitik, hat Villeroys Einschätzungen bestätigt und bezeichnete drei bis vier aufeinanderfolgende Zinssenkungen als durchführbar.
Villeroy schloss eine Erhöhung der normalen Viertelpunkt-Schritte bei den Zinsanpassungen bisher aus, da diese entschlossenen Schrittweite derzeit ausreichend sei. Dennoch gibt es Raum für die Überlegung, gewagtere Änderungen in der Zukunft vorzunehmen, was er als “agiler Pragmatismus” bezeichnete. Die EZB sollte bereit sein, entsprechend zu handeln, um auf neue wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren.
Zum Thema des sogenannten neutralen Zinssatzes, einem unsichtbaren Niveau, das weder die wirtschaftliche Aktivität ankurbelt noch einschränkt, äußerte der französische Beamte, dass er diesen bei 2 % sehe. Derzeit bestehe kein Anlass, eine Unterschreitung dieses Niveaus zu diskutieren, was die Flexibilität der EZB in ihrer Geldpolitik unterstreicht.
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