MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie beleuchtet, wie feministische Überzeugungen die Partnerpräferenzen beeinflussen und zeigt, dass kurzfristige Botschaften zur Geschlechtergleichheit weniger Wirkung haben.
In der aktuellen Forschung wird zunehmend untersucht, wie kulturelle und gesellschaftliche Faktoren die Partnerpräferenzen beeinflussen. Während evolutionäre Psychologen oft argumentieren, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Partnerwahl universell sind, zeigt eine neue Studie, dass feministische Überzeugungen eine bedeutende Rolle spielen. Diese Studie, veröffentlicht in Sex Roles, legt nahe, dass individuelle ideologische Überzeugungen die Bewertung potenzieller Partner stärker beeinflussen als kurzfristige Exposition gegenüber Gleichstellungsbotschaften.
Die Forschung von Natalie Wareham und ihrem Team untersuchte, ob das Priming von Teilnehmern mit Gedanken zur Geschlechtergleichheit ihre selbstberichteten Partnerpräferenzen beeinflussen würde. Dabei wurde auch der Zusammenhang zwischen feministischen Überzeugungen und Partnerpräferenzen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Männer, die höhere Werte in feministischen Einstellungen aufweisen, weniger Wert auf physische Attraktivität legen, während Frauen mit stärkeren feministischen Überzeugungen mehr Wert auf Freundlichkeit legen.
In zwei Online-Studien mit Teilnehmern aus dem Vereinigten Königreich wurde untersucht, wie sich das Priming mit Aussagen über Geschlechterungleichheit oder Fortschritte in der Gleichstellung auf die Partnerpräferenzen auswirkt. Trotz der Annahme, dass solche Primes die Präferenzen beeinflussen könnten, zeigten die Ergebnisse, dass die Partnerwahlkriterien stabil blieben. Dies deutet darauf hin, dass kurzfristige Exposition gegenüber Gleichstellungsbotschaften nicht ausreicht, um tief verwurzelte Präferenzen zu ändern.
Die Studien umfassten eine Vielzahl von Teilnehmern, die nach dem Lesen von Priming-Aussagen ihre Präferenzen für verschiedene Partnermerkmale bewerteten. In der ersten Studie verteilten die Teilnehmer Präferenzpunkte auf Merkmale wie physische Attraktivität und Bildung, während in der zweiten Studie eine Bewertungsskala verwendet wurde. Trotz der unterschiedlichen Methodik blieben die Ergebnisse konsistent: Feministische Überzeugungen hatten einen signifikanten Einfluss auf die Präferenzen, während die Primes dies nicht taten.
Diese Ergebnisse werfen ein Licht auf die Komplexität der Partnerwahl und die Rolle individueller Überzeugungen. Während gesellschaftliche Botschaften zur Gleichstellung wichtig sind, zeigt sich, dass tiefere ideologische Überzeugungen einen stärkeren Einfluss auf die Partnerwahl haben. Dies könnte darauf hindeuten, dass langfristige Veränderungen in den gesellschaftlichen Einstellungen notwendig sind, um die Partnerpräferenzen nachhaltig zu beeinflussen.
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Stärke der Priming-Effekte möglicherweise nicht ausreicht, um bestehende Präferenzen zu ändern. Zukünftige Studien könnten untersuchen, wie stärkere oder längerfristige Expositionen gegenüber Gleichstellungsbotschaften die Partnerwahl beeinflussen könnten. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Wissenschaft von Interesse, sondern auch für die Gestaltung von Bildungs- und Aufklärungskampagnen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung.
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