MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einem bemerkenswerten Schritt zur Erforschung der Sonnenkorona haben zwei europäische Satelliten ihre Reise ins All angetreten. Diese Mission, die von Indien aus gestartet wurde, zielt darauf ab, künstliche Sonnenfinsternisse zu erzeugen, um die äußere Atmosphäre der Sonne über einen längeren Zeitraum zu studieren.

Die europäische Weltraummission Proba-3 markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Erforschung der Sonnenkorona. Zwei Satelliten wurden kürzlich von Indien aus ins All geschickt, um künstliche Sonnenfinsternisse zu erzeugen, die es Wissenschaftlern ermöglichen, die Korona der Sonne über sechs Stunden hinweg zu beobachten. Diese künstlichen Finsternisse bieten eine wesentlich längere Beobachtungsdauer als die wenigen Minuten, die eine natürliche Sonnenfinsternis auf der Erde dauert.

Die Mission ist als technologische Demonstration konzipiert und wird in etwa einem Monat eine präzise Ausrichtung der beiden Satelliten in einem Abstand von 150 Metern erreichen. Diese Ausrichtung erfordert eine Genauigkeit von einem Millimeter, um den Schatten eines Satelliten auf den anderen zu werfen. Mithilfe von GPS, Sternensensoren, Lasern und Funkverbindungen werden die Satelliten vollautonom fliegen.

Die Satelliten bestehen aus kubischen Strukturen mit einer Kantenlänge von weniger als 1,5 Metern. Einer der Satelliten trägt ein Scheibenelement, das die Sonne für das Teleskop des anderen Satelliten blockiert und so die Mondscheibe bei einer natürlichen Finsternis nachahmt. Diese Mission ist von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung, da sie nicht nur die heiße Korona der Sonne näher beleuchten soll, sondern auch Erkenntnisse über koronale Massenauswürfe gewinnen kann.

Koronale Massenauswürfe sind Eruptionen, die geomagnetische Stürme verursachen können, welche Strom- und Kommunikationssysteme auf der Erde beeinträchtigen. Gleichzeitig führen sie zu spektakulären Polarlichtern an sonst unüblichen Orten. Die Mission Proba-3 wird in einer stark elliptischen Umlaufbahn operieren, die zwischen 600 und 60.000 Kilometern schwankt. Die Satelliten benötigen fast 20 Stunden für einen Umlauf, wobei sie sechs Stunden für die Finsterniserzeugung am äußeren Ende der Bahn aufwenden.

Die ersten Ergebnisse der Mission werden für März erwartet, nachdem sich beide Satelliten bewährt haben. Mit einem Budget von 210 Millionen Dollar wird die Mission über die nächsten zwei Jahre hunderte von Finsternissen generieren. Nach Abschluss der Mission wird erwartet, dass die Satelliten in sinkenden Höhen in die Erdatmosphäre eintreten und innerhalb von fünf Jahren verglühen.

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Europäische Satelliten schaffen künstliche Sonnenfinsternisse für die Wissenschaft
Europäische Satelliten schaffen künstliche Sonnenfinsternisse für die Wissenschaft (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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