BRÜSSEL / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Europäische Union hat angekündigt, vor der Umsetzung von Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA zunächst Handelsgespräche zu führen. Diese Entscheidung kommt als Reaktion auf die von der Trump-Administration angekündigten Zölle auf europäische Waren.
Die Europäische Union steht vor einer entscheidenden Phase in ihren Handelsbeziehungen mit den USA. Nachdem die Trump-Administration Zölle von 20 Prozent auf alle Importe von EU-Gütern und 25 Prozent auf Automobile angekündigt hat, plant die EU, zunächst den Dialog zu suchen, bevor sie Vergeltungsmaßnahmen ergreift. Der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic betonte die Notwendigkeit eines abgestuften und geeinten Vorgehens, um eine faire Vereinbarung zu erzielen.
Die Auswirkungen dieser Zölle sind weitreichend. Laut der Reederei A.P. Moeller-Maersk, die weltweit über 700 Schiffe betreibt, könnten die Zölle die Weltwirtschaft erheblich belasten und den Warentransport verzögern. Große Einzelhändler wie Amazon und Walmart könnten gezwungen sein, ihre Lagerbestände vorsichtiger zu verwalten, was zu Verzögerungen bei der Zollabfertigung führen könnte.
Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass die EU nicht nur im Gütersektor, sondern auch im Dienstleistungsbereich reagieren könnte. Angesichts des Defizits der EU bei Dienstleistungen könnte die EU das EU-Gesetz über digitale Dienste und die EU-Durchsetzungsverordnung nutzen, um eine umfassende Reaktion zu entwickeln.
Der Handelskrieg, der sich über die Industrie hinaus auf Dienstleistungen und andere Bereiche ausdehnen könnte, stellt eine große Herausforderung dar. Ulrich Kater von der Dekabank warnt, dass ein solcher Konflikt die Konjunktur und Finanzmärkte erheblich beeinträchtigen könnte. Dennoch sieht er in großen Wirtschaftsräumen wie der EU oder den ASEAN-Staaten einen möglichen Ausweichspielraum für Unternehmen.
Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) sieht in den Zollankündigungen einen Frontalangriff auf den Welthandel. BGA-Präsident Dirk Jandura betont die Notwendigkeit deutlicher Gegenmaßnahmen seitens der EU, um das Wirtschaftswachstum zu schützen.
Die von Trump angekündigten Zölle könnten zudem zu neuen Lockerungen bei den Zentralbanken führen. Experten von Capital Economics erwarten, dass die Zölle zu einem effektiven US-Zollsatz von rund 25 Prozent führen könnten, was neue Zinssenkungen in den Industrieländern auslösen könnte.
Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat bereits eine Reaktion auf die US-Zölle angekündigt. Sie bezeichnete die Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft und betonte die Notwendigkeit, die Interessen der EU zu schützen.
In Deutschland warnt das Kiel Institut für Weltwirtschaft vor einem möglichen Wachstumsrückgang von 0,5 Prozent des BIP aufgrund der Zölle. Dies könnte zu einer Rezession führen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Der Verband der Chemieindustrie (VCI) plädiert für Verhandlungen und ein einheitliches Auftreten Europas. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, betont die Bedeutung eines flexiblen und dialogorientierten Ansatzes, um eine Eskalationsspirale zu vermeiden.
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