BRÜSSEL / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Europäische Union plant strengere Kapitalanforderungen für Versicherungsunternehmen, die in Kryptowährungen investieren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Risiken für Versicherungsnehmer zu minimieren und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.
Die Europäische Versicherungsaufsicht EIOPA hat eine neue Regelung vorgeschlagen, die Versicherungsunternehmen dazu verpflichtet, Kapital in Höhe des Wertes ihrer Krypto-Bestände vorzuhalten. Diese Maßnahme soll die Risiken für Versicherungsnehmer mindern und die Stabilität des Finanzsystems stärken. Im Gegensatz zu anderen Anlageklassen wie Aktien und Immobilien, die nicht einmal zur Hälfte gedeckt sein müssen, setzt die EIOPA hier einen deutlich strengeren Standard an.
In einem technischen Beratungsbericht an die Europäische Kommission vom 27. März betonte die EIOPA, dass ein 100%iger Abschlag in der Standardformel für diese Vermögenswerte angesichts ihrer inhärenten Risiken und hohen Volatilität als vorsichtig und angemessen angesehen wird. Diese Maßnahme soll eine regulatorische Lücke zwischen der Kapitalanforderungsverordnung und der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) schließen.
Die EIOPA hat der Europäischen Kommission vier Optionen zur Prüfung vorgeschlagen: keine Änderungen vorzunehmen, ein Stressniveau von 80% für Krypto-Assets zu verlangen, ein Stressniveau von 100% zu verlangen oder die Risiken von tokenisierten Vermögenswerten breiter zu betrachten. Die EIOPA hält die dritte Option für die geeignetste.
Ein 100%iger Stress bedeutet, dass die Preise von Krypto-Assets um 100% fallen könnten und dass eine Diversifizierung das Risiko nicht mindern würde. Die EIOPA wies darauf hin, dass Bitcoin und Ether in der Vergangenheit um 82% bzw. 91% gefallen sind. Eine Kapitalanforderung von 100% für Krypto-Assets würde einen viel strengeren Ansatz widerspiegeln als bei Aktien, die zwischen 39% und 49% liegen, und Immobilien, die eine Kapitalanforderung von 25% haben.
Die EIOPA erklärte, dass eine Kapitalanforderung von 100% für Krypto-Asset-bezogene (Rück-)Versicherungsunternehmen nicht übermäßig belastend sein sollte und dass es keine wesentlichen Kosten für die Versicherungsnehmer geben würde. Die Kapitalanforderungen würden das Risiko von Krypto-Assets vollständig erfassen und einen positiven Einfluss auf den Schutz der Versicherungsnehmer haben, falls es in Zukunft wesentliche Expositionen gibt.
Obwohl der Anteil der Krypto-Asset-bezogenen (Rück-)Versicherungsunternehmen nur 655 Millionen Euro oder 0,0068% aller Unternehmen in Europa ausmacht, bezeichnete die EIOPA dies als “unwesentlich”. Gleichzeitig sind Krypto-Assets hochriskante Investitionen, die zu einem vollständigen Wertverlust führen können, was die Empfehlung der dritten Option erklärt.
Versicherer in Luxemburg und Schweden könnten am stärksten von der vorgeschlagenen Regel betroffen sein, da diese beiden Länder laut einem Bericht aus dem vierten Quartal 2023 69% bzw. 21% aller Krypto-Asset-bezogenen Expositionen unter (Rück-)Versicherungsunternehmen ausmachen. Irland, Dänemark und Liechtenstein machen ebenfalls 3,4%, 1,4% bzw. 1,2% der Unternehmen aus.
Die EIOPA erkannte jedoch an, dass eine breitere Akzeptanz von Krypto-Assets in der Zukunft einen differenzierteren Ansatz erfordern könnte.
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