HAMBURG / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Der Immobilienriese Engel & Völkers steht im Zentrum einer umfassenden Untersuchung wegen des Verdachts auf Scheinselbstständigkeit. Die Ermittlungen werfen ein Schlaglicht auf die Praktiken eines Geschäftsmodells, das in der Branche weit verbreitet ist.
Die jüngsten Ermittlungen gegen Engel & Völkers haben die Immobilienbranche in Aufruhr versetzt. Der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit, der gegen das Unternehmen erhoben wird, könnte weitreichende Konsequenzen für das Geschäftsmodell des Franchise-Giganten haben. Am 10. Dezember 2024 durchsuchten mehr als 300 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit die Zentrale in Hamburg sowie 17 weitere Standorte. Im Fokus steht der Verdacht auf systematischen Sozialabgabenbetrug, der durch die Einbindung von Maklern als vermeintlich selbstständige Unternehmer begünstigt wird.
Das Geschäftsmodell von Engel & Völkers basiert auf einem Franchisesystem, bei dem Lizenznehmer gegen Gebühr die Markenrechte erwerben und das Geschäft vor Ort übernehmen. Diese Makler sind rechtlich selbstständig, jedoch eng in die Markenführung und die operativen Strukturen eingebunden. Die Frage, wie unabhängig diese Makler tatsächlich sind, steht nun im Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Nutzung einheitlicher IT-Systeme und die Einhaltung zentraler Vorgaben könnten darauf hindeuten, dass die Makler eher als Angestellte denn als unabhängige Unternehmer agieren.
Die Vorwürfe richten sich nicht nur gegen einzelne Lizenznehmer, sondern auch gegen Spitzenmanager der Holding, darunter CEO Jawed Barna und Finanzchef Frederick von Pistohlkors. Ihnen wird Beihilfe zum Sozialabgabenbetrug vorgeworfen. Engel & Völkers betont zwar, dass es kein systematisches Fehlverhalten gebe und man voll kooperiere, doch die Vorwürfe werfen einen Schatten auf das Unternehmen.
Die rechtlichen Konsequenzen einer Feststellung der Scheinselbstständigkeit wären erheblich. Arbeitgeber müssten alle nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträge nachträglich entrichten, was für Engel & Völkers finanzielle Risiken in Millionenhöhe bedeuten könnte. Zudem drohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen, sollte vorsätzlicher Betrug nachgewiesen werden. In einer Branche, in der Vertrauen das zentrale Gut ist, könnte ein Reputationsschaden schwerwiegende Folgen haben.
Die Ermittlungen gegen Engel & Völkers könnten auch andere Unternehmen der Branche betreffen. Das Modell der selbstständigen Handelsvertreter ist in Deutschland weit verbreitet, und eine juristische Neubewertung könnte zu einem Umdenken in der gesamten Vermittlungsbranche führen. Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, könnte dies weitreichende Änderungen in der rechtlichen Bewertung solcher Geschäftsmodelle nach sich ziehen.
Engel & Völkers beschäftigt weltweit rund 16.700 Personen, von denen nur ein Bruchteil fest angestellt ist. Das Unternehmen betont seine Internationalität und Exklusivität, doch die aktuellen Vorwürfe werfen Fragen zur sozialen Absicherung der Makler auf. Der Fall zeigt einen klassischen Zielkonflikt zwischen Rendite und Regulierung auf, der eine offene Debatte über moderne Arbeitsmodelle und unternehmerische Verantwortung erfordert.
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