MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Neue Erkenntnisse aus der Psychologie zeigen, dass emotionale Erregung das Gedächtnis beeinflussen kann, insbesondere bei Menschen mit höherer Ängstlichkeit. Eine Studie der Universität von Kalifornien, Los Angeles, hat herausgefunden, dass sich Erinnerungen an ähnliche Ereignisse vermischen können, wenn eines davon emotional aufgeladen ist.
Die Forschungsergebnisse der Universität von Kalifornien, Los Angeles, werfen ein neues Licht auf die Art und Weise, wie emotionale Erlebnisse unsere Erinnerungen formen können. Insbesondere bei Menschen mit höherer Ängstlichkeit und stärkerer körperlicher Reaktion auf emotionale Ereignisse zeigte sich ein verstärkter Effekt des Gedächtnisvermischens. Diese Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience veröffentlicht.
Im Alltag ähneln sich viele unserer Erlebnisse stark: Der tägliche Arbeitsweg sieht oft gleich aus, mit nur kleinen Unterschieden wie der Farbe eines vorbeifahrenden Autos. Unser Gehirn muss diese ähnlichen Erfahrungen verwalten und Verwirrung vermeiden. Eine Strategie, die das Gehirn nutzt, ist die Übertreibung kleiner Unterschiede zwischen Erinnerungen, ein Phänomen, das als „Gedächtnisabstoßung“ bekannt ist. Bislang war jedoch unklar, wie Emotionen diesen Prozess beeinflussen oder wie er sich bei Menschen mit einer Neigung zu Ängstlichkeit anders auswirken könnte.
David Clewett, Assistenzprofessor an der UCLA, erklärt: „Unser Gehirn ist bemerkenswert darin, Erinnerungen zu speichern, aber es steht vor der Herausforderung, viele ähnliche Erfahrungen zu unterscheiden. Ein Weg, wie unser Gehirn dieses Problem löst, ist die leichte Übertreibung von Unterschieden zwischen ähnlichen Erinnerungen.“
Die Forscher führten ein Experiment durch, bei dem Teilnehmer Paare von Objekten und Gesichtern studierten. Sechsundsechzig Personen nahmen an der Studie teil. Um Emotionen ins Spiel zu bringen, wurde manchmal ein lauter, erschreckender Weißrauschton abgespielt, bevor die Teilnehmer eines der Objekt-Gesicht-Paare sahen. Diese Geräusche sollten ein Gefühl der Erregung und leichten Abneigung hervorrufen.
Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die stärker auf die Geräusche reagierten, eher dazu neigten, sehr ähnliche Ereignisse als verschwommen zusammenzuerinnern. Dies war besonders bei Personen mit höherem Angstniveau der Fall, wenn eine der ähnlichen Erinnerungen mit dem aversiven Geräusch verbunden war.
Die Forscher stellten fest, dass Menschen, die höhere Angstwerte angaben, eine stärkere Gedächtnisvermischung zwischen einem aufregenden Ereignis und einem ähnlichen, gewöhnlichen Ereignis erlebten. Diese Verzerrungen entwickelten sich allmählich über wiederholte Expositionen hinweg.
Ob diese Gedächtnisverzerrungen hilfreich oder schädlich sind, hängt von den Zielen ab. Wenn es keinen Grund gibt, Erinnerungen sehr unterscheidbar zu halten, könnte es sinnvoll sein, sie zu verallgemeinern. Zum Beispiel könnte diese Verzerrung helfen, eine Situation zu vermeiden, die einer gefährlichen ähnelt, was in der Zukunft Sicherheit bieten könnte.
Die Forscher betonen, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um zu verstehen, wie emotionale Zustände das Gedächtnis im Alltag und in der psychischen Gesundheit umgestalten.
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