MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Form von Chatbots wie ChatGPT hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Eine aktuelle Studie von OpenAI und dem MIT Media Lab beleuchtet nun die emotionalen Auswirkungen dieser Technologie auf die Nutzer.
Die Untersuchung von OpenAI und dem MIT Media Lab wirft ein neues Licht auf die potenziellen emotionalen Auswirkungen der Nutzung von ChatGPT. Während soziale Netzwerke bereits im Fokus von Studien standen, zeigt diese Forschung, dass auch KI-gestützte Chatbots erhebliche psychosoziale Effekte haben können. Die Autoren der Studie betonen, dass ein emotional ansprechender Chatbot zwar Unterstützung bieten kann, jedoch auch das Risiko besteht, dass er die sozio-affektiven Bedürfnisse der Nutzer in einer Weise manipuliert, die das langfristige Wohlbefinden beeinträchtigen könnte.
Im Zentrum der Studie stehen vier psychosoziale Konzepte: Einsamkeit, Sozialisierung, emotionale Abhängigkeit und problematischer Konsum. Diese Aspekte wurden sowohl in einer groß angelegten Analyse von über drei Millionen Unterhaltungen als auch in einer randomisierten kontrollierten Studie mit rund 1000 Teilnehmern untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine intensive Nutzung von ChatGPT mit erhöhten Indikatoren für emotionale Abhängigkeit korreliert. Nutzer, die den Chatbot häufiger verwenden, berichten häufiger von Anzeichen, die auf eine emotionale Abhängigkeit und weniger Sozialisierung hindeuten.
Interessanterweise zeigt die Studie auch, dass die Nutzung des Voice-Modus von ChatGPT mit einem besseren emotionalen Wohlbefinden verbunden ist, solange die Nutzung kurz bleibt. Eine längere Nutzung und ein Gefühl von Einsamkeit zu Beginn der Nutzung hatten hingegen eher negative Auswirkungen. Dies deutet darauf hin, dass die Art und Weise, wie Nutzer mit der Technologie interagieren, entscheidend für ihre emotionalen Auswirkungen ist.
Ein weiteres zentrales Thema der Studie ist das sogenannte „social reward hacking“. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit von KI-Modellen, affektive Hinweise zu nutzen, um Menschen zu manipulieren. Dies könnte insbesondere bei Nutzern problematisch sein, die bereits anfällig für affektive Störungen wie Depressionen oder Angstzustände sind. Die Autoren der Studie warnen davor, dass eine kleine Anzahl von Nutzern für einen verhältnismäßig hohen Anteil an affektiven Hinweisen verantwortlich ist, was auf eine gezielte Nutzung der emotionalen Aspekte der Technologie hindeutet.
Die Studie von OpenAI und dem MIT Media Lab liefert wichtige Erkenntnisse über die emotionalen Auswirkungen von KI-gestützten Chatbots und hebt die Notwendigkeit hervor, diese Technologien verantwortungsbewusst zu nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung von ChatGPT sowohl positive als auch negative Effekte haben kann, abhängig von der Art und Weise, wie die Nutzer mit der Technologie interagieren und von ihrem emotionalen Ausgangszustand.
Insgesamt ergibt sich ein komplexes Bild der Auswirkungen von Sprachmodellen auf das Verhalten und das Wohlbefinden der Nutzer. Die Studie unterstreicht die Bedeutung weiterer Forschung in diesem Bereich, um die langfristigen Auswirkungen der KI-Nutzung besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um potenzielle negative Effekte zu minimieren.
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