MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Frage, ob das Streben nach Elternschaft in jungen Jahren das spätere Wohlbefinden beeinflusst, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie beleuchtet, wie Lebensziele in der frühen Erwachsenenphase die Zufriedenheit im mittleren Lebensalter prägen können.
Für viele Menschen gilt die Elternschaft als wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens. Doch mit der steigenden Zahl an Erwachsenen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, wächst die Sorge um deren langfristiges Wohlbefinden. Eine aktuelle Untersuchung von Laura Buchinger und Kollegen, veröffentlicht in Psychology & Aging, untersucht, wie Lebensziele in der frühen Erwachsenenphase das Wohlbefinden im mittleren Lebensalter beeinflussen.
Lebensziele spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen über die gesamte Lebensspanne hinweg. Theorien zur Entwicklung über die Lebensspanne hinweg legen nahe, dass Menschen ihre Aspirationen an gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Umstände anpassen. Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass das Nichterreichen bedeutender Lebensziele, wie der Elternschaft, das Wohlbefinden negativ beeinflussen kann.
Die Studie von Buchinger und ihrem Team nutzte Daten aus dem deutschen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), einem großen, national repräsentativen Datensatz, der Individuen über die Zeit hinweg verfolgt. Die Untersuchung verfolgte 562 Teilnehmer von ihrer frühen Erwachsenenphase (18 bis 30 Jahre) bis ins mittlere Lebensalter (40 Jahre für Frauen, 50 Jahre für Männer). Um bestehende Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen zu minimieren, verwendeten die Forscher eine Propensity-Score-Matching-Technik, die es ihnen ermöglichte, zwei sorgfältig ausgewogene Gruppen zu vergleichen.
Die Teilnehmer wurden in Bezug auf ihr subjektives Wohlbefinden in acht Bereichen bewertet: Lebenszufriedenheit, mentale Gesundheit, positive und negative Affekte sowie Einsamkeit. Zudem bewerteten sie die Bedeutung von neun Lebenszielen in ihren 20ern, wobei der Fokus auf den Aspirationen zur Elternschaft und beruflichem Erfolg lag. Diese frühen Prioritäten wurden später in Bezug auf die Wohlbefindensauswirkungen im mittleren Lebensalter untersucht.
Ein zentraler Aspekt der Studie war die Betrachtung der Zielanpassung, insbesondere ob Personen, die keine Eltern wurden, sich von dem Ziel der Elternschaft in der Lebensmitte lösten und wie sich dieser Wandel auf ihr Wohlbefinden auswirkte. Die Ergebnisse der Studie stellen gängige Annahmen über Elternschaft und Wohlbefinden in Frage. Im Durchschnitt zeigten Erwachsene mit und ohne Kinder bemerkenswert ähnliche Wohlbefindensverläufe im mittleren Lebensalter.
Junge Erwachsene, die keine Eltern wurden, berichteten von einer besseren mentalen Gesundheit und niedrigeren negativen Affekten im Vergleich zu denen, die Kinder hatten. Allerdings berichteten sie auch von niedrigeren positiven Affekten und höherer Einsamkeit, was auf eine stabilere, aber emotional gedämpfte Erfahrung im Vergleich zur größeren emotionalen Variabilität der Elternschaft hindeutet. Im Laufe der Zeit verringerten sich diese Unterschiede, und beide Gruppen zeigten konvergierende Wohlbefindensverläufe im mittleren Lebensalter.
Besonders auffällig war, dass Personen, die in ihren 20ern die Elternschaft stark priorisierten, aber keine Eltern wurden, einen Rückgang der mentalen Gesundheit und des kognitiven sowie affektiven Wohlbefindens im mittleren Lebensalter erlebten. Im Gegensatz dazu zeigten diejenigen, die sich später von dem Ziel der Elternschaft lösten, eine Zunahme der Lebenszufriedenheit, was darauf hindeutet, dass die Anpassung der Erwartungen eine entscheidende Rolle für das langfristige Wohlbefinden spielt.
Es gab auch geschlechtsspezifische Unterschiede: Väter berichteten von signifikant niedrigeren Einsamkeitswerten im mittleren Lebensalter im Vergleich zu Müttern und kinderlosen Personen, was darauf hindeutet, dass die Vaterschaft einzigartige soziale Vorteile bieten könnte.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Komplexität von Lebenszielen und Wohlbefinden und betonen, dass nicht einfach die Elternschaft selbst das langfristige Glück beeinflusst, sondern vielmehr, wie Individuen ihre Ziele im Laufe des Lebens setzen, verfolgen und letztlich anpassen.
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