MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In den 1960er Jahren, einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels und der kulturellen Revolution, verbarg sich hinter den Mauern des Royal Waterloo Krankenhauses in London eine düstere Realität. Die Praktiken des Psychiaters William Sargant, die in Jon Stocks Buch ‘The Sleep Room’ beleuchtet werden, werfen ein erschreckendes Licht auf die damaligen Methoden der Behandlung psychischer Erkrankungen.

In den 1960er Jahren, einer Ära des gesellschaftlichen Umbruchs und der kulturellen Revolution, verbarg sich hinter den Mauern des Royal Waterloo Krankenhauses in London eine düstere Realität. Die Praktiken des Psychiaters William Sargant, die in Jon Stocks Buch ‘The Sleep Room’ beleuchtet werden, werfen ein erschreckendes Licht auf die damaligen Methoden der Behandlung psychischer Erkrankungen. Sargant, ein umstrittener Pionier der Psychiatrie, war überzeugt, dass psychische Erkrankungen durch aggressive physische Eingriffe geheilt werden könnten.

Seine Methoden umfassten den Einsatz von Elektrokrampftherapie (EKT) und Insulinkoma-Therapien, die er als ‘heroische’ Behandlungen bezeichnete. Diese Ansätze zielten darauf ab, das Gehirn der Patienten zu ‘resetten’, indem sie in einen Zustand der Bewusstlosigkeit versetzt wurden. Besonders berüchtigt war der sogenannte ‘Schlafraum’, in dem Patienten über Monate hinweg in einen tiefen Schlaf versetzt wurden, nur um gelegentlich für grundlegende Pflege geweckt zu werden.

Die Berichte von Überlebenden dieser Behandlungen sind erschütternd. Celia Imrie, eine der Patientinnen, beschreibt die traumatischen Erfahrungen, die sie als junges Mädchen durchleben musste. Sie wurde gezwungen, hohe Dosen von Chlorpromazin einzunehmen, was zu schweren körperlichen und psychischen Nebenwirkungen führte. Die Schilderungen von EKT-Sitzungen, bei denen Patienten mit Gummipfropfen im Mund behandelt wurden, um die durch Stromstöße verursachten Krämpfe zu kontrollieren, sind besonders eindringlich.

William Sargants Überzeugung, dass psychische Erkrankungen durch physische Eingriffe geheilt werden könnten, führte zu zahlreichen ethischen Verstößen. Seine Methoden wurden von vielen seiner Kollegen kritisiert, und es gab Spekulationen über seine mögliche Zusammenarbeit mit geheimen Regierungsprogrammen zur Gedankenkontrolle. Trotz der Kontroversen um seine Person blieb Sargant lange Zeit eine einflussreiche Figur in der britischen Psychiatrie.

Die Geschichte von Sargants Praktiken wirft wichtige Fragen zur medizinischen Ethik und den Rechten von Patienten auf. In einer Zeit, in der die Psychiatrie noch in den Kinderschuhen steckte, wurden viele Patienten Opfer von Experimenten, die mehr Schaden als Nutzen brachten. Die Aufarbeitung dieser dunklen Kapitel der Medizingeschichte ist entscheidend, um sicherzustellen, dass sich solche Fehler nicht wiederholen.

Heute sind die Methoden von Sargant weitgehend diskreditiert, und die moderne Psychiatrie legt großen Wert auf die Einhaltung ethischer Standards und die Wahrung der Patientenrechte. Dennoch bleibt die Geschichte von William Sargant eine Mahnung an die Gefahren, die entstehen, wenn medizinische Macht ohne ausreichende Kontrolle ausgeübt wird.


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Die dunkle Geschichte der britischen Psychiatrie: William Sargants umstrittene Methoden
Die dunkle Geschichte der britischen Psychiatrie: William Sargants umstrittene Methoden (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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