FRANKFURT / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Deutsche-Bank-Tochter DWS steht im Fokus der Justiz, nachdem sie wegen übertriebener Nachhaltigkeitsversprechen eine Millionenstrafe erhalten hat. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verhängte eine Strafe von 25 Millionen Euro, da die DWS bei ihren Finanzprodukten Greenwashing betrieben haben soll.
Die Deutsche-Bank-Tochter DWS geriet ins Visier der Frankfurter Staatsanwaltschaft, nachdem sie bei ihren Nachhaltigkeitsversprechen übertrieben hatte. Die Ermittlungen führten zu einer Strafe von 25 Millionen Euro, die nun gegen das Unternehmen verhängt wurde. Die DWS hatte sich selbst als Vorreiter im Bereich ESG (Environmental, Social, and Governance) bezeichnet und offensiv mit Nachhaltigkeit geworben, was sich nun als problematisch herausstellte.
Bereits im Mai 2022 begann die Untersuchung, als Ermittler der Frankfurter Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamtes und der Finanzaufsicht BaFin die Geschäftsräume der DWS durchsuchten. Dabei wurden zahlreiche Unterlagen sichergestellt, die den Verdacht des Greenwashings untermauerten. Die Ermittler führten Gespräche mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern sowie Geschäftspartnern, um die Vorwürfe zu prüfen.
Ein zentraler Punkt der Ermittlungen war der von der DWS in Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation WWF entwickelte Aktienfonds „DWS Concept ESG Blue Economy“. Dieser Fonds sollte in Unternehmen investieren, die das Meer als Wirtschaftsraum nutzen und gleichzeitig zum Schutz der Meere beitragen. Doch Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung zeigten, dass der Fonds auch in Unternehmen investierte, die im Verdacht stehen, die Umwelt zu belasten, wie etwa Royal Caribbean und ein Tochterunternehmen von Coca-Cola.
Die Zusammenarbeit mit dem WWF war für die DWS finanziell lukrativ, da die Umweltorganisation jährlich mindestens eine Million Euro für die Kooperation erhielt. Im Gegenzug durfte die DWS den Fonds mit dem Panda-Logo des WWF bewerben. Der WWF wies die Kritik an der Zusammenarbeit zurück und betonte, dass der ökologische Umbau der Wirtschaft im Vordergrund stehe.
Die Ermittlungen wurden durch Vorwürfe der ehemaligen Nachhaltigkeitschefin der DWS, Desirée Fixler, angestoßen. Sie hatte der DWS im Herbst 2021 vorgeworfen, Investoren über die Nachhaltigkeit ihrer Produkte getäuscht zu haben. Die DWS habe lediglich von dem wachsenden Markt für nachhaltige Investments profitieren wollen, ohne die internen Prozesse anzupassen.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt betrat mit ihren Ermittlungen juristisches Neuland, da es sich um das erste Bußgeld für Greenwashing bei Finanzprodukten in Europa handelt. Die DWS akzeptierte die Strafe und räumte ein, dass ihr Marketing in der Vergangenheit teilweise überschwänglich war. Das Unternehmen hat bereits begonnen, seine Kontrollprozesse zu ändern und will weitere Fortschritte erzielen.
Die Ermittlungen gegen den ehemaligen CEO der DWS, Asoka Wöhrmann, sind noch nicht abgeschlossen. Wöhrmann war nach der ersten Durchsuchung zurückgetreten, wies jedoch die Betrugsvorwürfe zurück. Für die DWS ist das Thema Greenwashing juristisch noch nicht beendet, da im Mai eine Zivilklage gegen die Vermögensverwaltung vor dem Landgericht Frankfurt beginnt.
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