PEKING / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Welt der Künstlichen Intelligenz ist in Aufruhr, seit das chinesische Startup DeepSeek mit seinem KI-Chatbot die internationalen Charts stürmt. Die Frage, ob die USA ihre Führungsposition im Bereich der KI-Technologie halten können, steht im Raum.

DeepSeek, ein aufstrebendes KI-Startup aus China, hat kürzlich mit seinem Chatbot die internationalen App-Store-Charts erobert und damit die Aufmerksamkeit der globalen Tech-Community auf sich gezogen. Unterstützt von High-Flyer Capital Management, einem chinesischen Hedgefonds, der auf KI-gestützte Handelsentscheidungen spezialisiert ist, hat DeepSeek in kürzester Zeit einen bemerkenswerten Aufstieg erlebt.

Die Ursprünge von DeepSeek liegen in der Finanzwelt, wo Mitbegründer Liang Wenfeng, ein KI-Enthusiast, 2015 High-Flyer gründete. 2019 wurde High-Flyer zu einem Hedgefonds, der sich auf die Entwicklung und den Einsatz von KI-Algorithmen konzentriert. 2023 wurde DeepSeek als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, um sich auf die Erforschung von KI-Tools zu konzentrieren.

DeepSeek hat von Anfang an eigene Rechenzentren für das Training seiner Modelle aufgebaut. Trotz der US-Exportverbote für Hardware, die auch DeepSeek betreffen, konnte das Unternehmen seine Modelle mit Nvidia H800-Chips trainieren, einer weniger leistungsstarken Version der H100-Chips, die US-Unternehmen zur Verfügung stehen.

Die technischen Teams von DeepSeek bestehen überwiegend aus jungen Forschern, die von führenden chinesischen Universitäten rekrutiert werden. Das Unternehmen stellt auch Personen ohne Informatik-Hintergrund ein, um ein breiteres Spektrum an Themen abzudecken, was laut Berichten der New York Times zur Verbesserung der Technologie beiträgt.

Im November 2023 stellte DeepSeek seine ersten Modelle vor, darunter DeepSeek Coder, DeepSeek LLM und DeepSeek Chat. Doch erst mit der Einführung der DeepSeek-V2-Modelle im Frühjahr 2024 begann die Branche, das Potenzial des Unternehmens zu erkennen. Diese Modelle überzeugten durch ihre Leistung in verschiedenen Benchmarks und waren zudem kostengünstiger als vergleichbare Modelle.

Die Einführung von DeepSeek-V3 im Dezember 2024 steigerte den Bekanntheitsgrad des Unternehmens weiter. Interne Tests von DeepSeek zeigen, dass V3 sowohl offene Modelle wie Meta’s Llama als auch geschlossene Modelle wie OpenAI’s GPT-4o übertrifft. Besonders beeindruckend ist das R1-Modell, das im Januar veröffentlicht wurde und laut DeepSeek in der Lage ist, sich selbst zu überprüfen und so typische Fehler zu vermeiden.

Allerdings unterliegen DeepSeeks Modelle, wie alle in China entwickelten KI-Systeme, den Anforderungen der chinesischen Internetregulierungsbehörde, die sicherstellt, dass die Antworten der Modelle die sozialistischen Kernwerte verkörpern. Dies führt dazu, dass bestimmte Themen, wie etwa das Tiananmen-Massaker oder die Autonomie Taiwans, nicht behandelt werden.

DeepSeek verfolgt ein disruptives Geschäftsmodell, indem es seine Produkte weit unter dem Marktpreis anbietet oder sogar kostenlos zur Verfügung stellt. Diese Strategie hat zu einer breiten Akzeptanz bei Entwicklern geführt, die auf Plattformen wie Hugging Face über 500 abgeleitete Modelle von R1 erstellt haben.

Die Erfolge von DeepSeek haben nicht nur die Konkurrenz unter Druck gesetzt, sondern auch den Aktienkurs von NVIDIA um 18 % sinken lassen. Microsoft hat DeepSeek in seinen Azure AI Foundry Service integriert, während andere Unternehmen und Regierungen, darunter der Staat New York, die Nutzung von DeepSeek auf Regierungsgeräten verboten haben.

Die Zukunft von DeepSeek bleibt ungewiss, da die US-Regierung zunehmend besorgt über den Einfluss ausländischer Technologien ist. Dennoch ist klar, dass DeepSeek weiterhin an der Verbesserung seiner Modelle arbeiten wird, um seine Position im globalen KI-Wettbewerb zu stärken.

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DeepSeek: Ein chinesisches KI-Startup erobert die Welt
DeepSeek: Ein chinesisches KI-Startup erobert die Welt (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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