MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die deutsche Autoindustrie steht erneut vor einer drohenden Chipkrise, die ab Herbst zu erheblichen Versorgungsengpässen führen könnte. Trotz derzeit ausreichender Verfügbarkeit von Halbleitern warnen Experten vor einer bevorstehenden Knappheit, die insbesondere die Segmente treffen wird, die für die deutsche Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind.
Die drohende Chipkrise, die sich im Stillen formiert, könnte die deutsche Autoindustrie erneut in Bedrängnis bringen. Obwohl die Lager derzeit gut gefüllt sind und die Lieferzeiten überschaubar erscheinen, warnen Branchenexperten vor einer bevorstehenden Knappheit ab dem vierten Quartal. Besonders betroffen sind die Segmente Autos, Medizintechnik und Verteidigung, die für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung sind.
Der Engpass ist vor allem menschengemacht. In den letzten Jahren floss das Investitionskapital der Chipbranche fast ausschließlich in die modernste High-End-Fertigung für KI, Cloud und Smartphones. Die älteren, aber weiterhin stark nachgefragten Bauteile, etwa mit Strukturgrößen von über 130 Nanometern, wurden vernachlässigt. Diese Vernachlässigung könnte sich nun rächen, da die Nachfrage nach diesen reifen Technologien weiterhin hoch ist.
Die Branche hat es versäumt, in reife Technologien zu investieren, obwohl diese Chips in fast jedem Auto, jeder Industrieanlage und jedem Medizingerät zum Einsatz kommen. Diese Bauteile sind keine Prestigeprodukte, aber sie sind unersetzlich. Die USA haben zudem Exportbeschränkungen für Hochleistungschips verhängt, während Chinas Anteil an der globalen Produktion bei reifen Technologien deutlich wächst.
Der Ausbau der Kapazitäten verlief extrem ungleich: Während fortschrittliche Fertigungen unter 10 nm seit 2020 um jährlich 18 % wuchsen, stieg das Volumen bei älteren Verfahren nur um 4 %, bei noch älteren sogar nur um gut 2 %. Diese strukturellen Engpässe lassen sich nicht kurzfristig beheben und könnten die deutsche Autoindustrie erneut in eine Krise stürzen.
Zwischen 2021 und 2023 verlor die deutsche Autoindustrie laut einer aktuellen Studie rund 99 Milliarden Euro, weil Halbleiter fehlten. Werke standen still, Fahrzeuge konnten nicht fertiggebaut werden, Umsätze verpufften. Die Branche versprach damals, sich besser aufzustellen, doch viele dieser Versprechen wurden nicht eingelöst.
Was diese neue Chipkrise besonders brisant macht, ist der geopolitische Kontext. Die USA schränken den Export modernster Halbleiter nach China ein, während gleichzeitig der globale Druck auf sogenannte Local-Content-Vorgaben wächst. Für Unternehmen mit komplexen, global vernetzten Lieferketten ist das ein Albtraum.
Broker Noureddine Seddiki warnt: „Die momentane Ruhe ist trügerisch.“ Schon heute zieht die Nachfrage wieder deutlich an, vor allem in jenen Segmenten, die von einer Knappheit betroffen wären. Der Chipmarkt soll laut Gartner 2025 um 12 % auf 705 Milliarden Dollar wachsen. Für Abnehmer wie die Autoindustrie ist jetzt die Zeit, um sich besser aufzustellen: Lieferverträge verlängern, Partnerschaften mit Produzenten stärken, alternative Bezugsquellen sichern.
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