MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Ein bedeutender Telekommunikationsanbieter in Asien wurde von chinesischen staatlich geförderten Hackern infiltriert, die über vier Jahre unentdeckt blieben. Diese Informationen stammen aus einem aktuellen Bericht des Incident-Response-Unternehmens Sygnia.
Ein asiatischer Telekommunikationsanbieter wurde Berichten zufolge von einer Gruppe chinesischer Hacker infiltriert, die über vier Jahre lang unentdeckt in den Systemen des Unternehmens operierten. Die Cybersicherheitsfirma Sygnia verfolgt die Aktivitäten dieser Gruppe unter dem Namen Weaver Ant und beschreibt sie als äußerst heimtückisch und hartnäckig. Der Name des betroffenen Telekommunikationsunternehmens wurde nicht bekannt gegeben.
Die Angreifer nutzten Web-Shells und Tunneling-Techniken, um ihre Präsenz aufrechtzuerhalten und Cyber-Spionage zu betreiben. Ziel war es, kontinuierlichen Zugang zu Telekommunikationsanbietern zu erlangen und sensible Informationen zu sammeln. Der Angriff begann mit der Ausnutzung einer öffentlich zugänglichen Anwendung, um zwei verschiedene Web-Shells zu platzieren: eine verschlüsselte Variante von China Chopper und ein bisher unbekanntes bösartiges Werkzeug namens INMemory.
INMemory ist darauf ausgelegt, eine Base64-codierte Zeichenfolge zu dekodieren und vollständig im Speicher auszuführen, ohne sie auf die Festplatte zu schreiben, wodurch keine forensischen Spuren hinterlassen werden. Die Web-Shells dienten als Sprungbrett zur Bereitstellung weiterer Schadsoftware, darunter ein rekursives HTTP-Tunnel-Tool, das für die seitliche Bewegung über SMB genutzt wird, eine Taktik, die auch von anderen Bedrohungsakteuren wie Elephant Beetle angewendet wurde.
Darüber hinaus ermöglicht der verschlüsselte Datenverkehr, der durch den Web-Shell-Tunnel fließt, eine Reihe von Post-Exploitation-Aktionen. Dazu gehören das Patchen von Event Tracing for Windows (ETW) und der Antimalware Scan Interface (AMSI), um Erkennungen zu umgehen, sowie die Ausführung von PowerShell-Befehlen ohne die Initiierung von PowerShell.exe.
Sygnia erklärte, dass Weaver Ant Merkmale aufweist, die typischerweise mit einer chinesischen Cyber-Spionage-Gruppe in Verbindung gebracht werden, was durch die Verwendung des China Chopper Web-Shells, den Einsatz eines Operational Relay Box (ORB) Netzwerks und die Arbeitszeiten der Hacker belegt wird. Diese Gruppe hat ihre Taktiken kontinuierlich an die sich entwickelnde Netzwerkumgebung angepasst, um den Zugang zu erhalten und ihre Präsenz zu sichern.
Parallel dazu hat das chinesische Ministerium für Staatssicherheit vier Personen beschuldigt, die angeblich mit Taiwans Militär in Verbindung stehen, Cyberangriffe gegen das chinesische Festland durchgeführt zu haben. Diese Anschuldigungen wurden von Taiwan zurückgewiesen. Die Angriffe sollen unter anderem Phishing-Angriffe und Desinformationskampagnen umfasst haben.
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