PEKING / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – China hat sein privates Rentensystem durch die Einführung von 85 neuen Indexfonds erweitert, um den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung zu begegnen.
China hat kürzlich sein privates Rentensystem durch die Einführung von 85 neuen Indexfonds erweitert, um den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung zu begegnen. Diese Maßnahme erfolgt zwei Jahre nach der Einführung eines Pilotprojekts zur privaten Altersvorsorge, das ursprünglich in 36 Städten gestartet wurde. Investoren können nun jährlich bis zu 12.000 RMB steuerfrei in diese Rentenkonten einzahlen, ähnlich den US-amerikanischen 401(k)-Plänen.
Obwohl bereits über 60 Millionen Konten eröffnet wurden, bleibt das tatsächlich investierte Kapital gering. Experten betonen, dass trotz der Expansion weitere Reformen und Liberalisierungen erforderlich sind, um die Beteiligung zu steigern. Ein gemeinsamer Hinweis von vier nationalen Regulierungsbehörden kündigt an, dass das Programm ab dem 15. Dezember landesweit verfügbar sein wird.
Das Programm, das ursprünglich auf Fonds beschränkt war, wurde inzwischen durch sogenannte Y-Class-Aktienklassen erweitert. Diese umfassen zunächst Indexfonds, später sollen Anleihen und aktive Equity-Strategien folgen. Die erste Welle der 85 neuen Indexfonds umfasst populäre Produkte, die marktbreite Indizes wie den CSI 300, ChiNext und CSI A500 abbilden.
Unter den neuen Marktteilnehmern ist E Fund Management, Chinas größter Vermögensverwalter für Retailfonds, der 11 Indexfeeder- und indexverbesserte Produkte zum Rentensystem beiträgt. Auch China Asset Management und Tianhong Asset Management sind mit mehreren Produkten vertreten. JPMorgan Asset Management bleibt der einzige globale Vermögensverwalter mit eigenständiger Operation in China.
Trotz der Einbeziehung bestehender Rentenkapitalfonds bildet der private Rentensektor nur einen kleinen Teil der insgesamt 4,4 Billionen US-Dollar schweren Investmentfondsindustrie. Viele Anleger sind mit dem System noch unvertraut, was laut Branchenexperten die geringe Beteiligung erklärt. Die Anteile betragen nur 0,2 Prozent der Onshore-Investmentfonds.
Yang Delong von First Seafront Fund hebt hervor, dass die neuen Indexfonds vor allem zur Investorenwahl beitragen. Marktbedingungen der letzten Jahre seien verantwortlich dafür, dass die Beitragsraten niedrig blieben. Bei einer Markterholung wird erwartet, dass sich mehr Menschen beteiligen.
Analysten sehen trotz politischer Unterstützung Raum für Verbesserungen. Eine Anhebung der jährlichen Beitragsgrenze könnte den Bedürfnissen der Besserverdienenden gerecht werden. Steueranreize oder moderate Zuschüsse könnten die Beteiligung zusätzlich fördern. Die CSRC hat auch Gebührensenkungen bei Rentenprodukten durchgesetzt, um mehr Investoren anzulocken.
Eine Aktualisierung der Kriterien durch das Ministerium für Personalressourcen und soziale Sicherheit wird erwartet, um zukünftige Anleihen- und Aktienprodukte in das ständig erweiterte Programm aufzunehmen. Diese Entwicklungen könnten langfristig zu einer stärkeren Beteiligung und einem robusteren privaten Rentensystem führen.
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