MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie hat gezeigt, dass der Konsum von Cannabis die Fahrleistung länger beeinträchtigen kann, als bisher angenommen. Diese Erkenntnisse werfen wichtige Fragen zur Verkehrssicherheit auf.
Die jüngste Forschung, veröffentlicht im Journal of Psychopharmacology, zeigt, dass Cannabis die Fahrfähigkeiten bis zu fünfeinhalb Stunden nach dem Konsum beeinträchtigen kann. Diese Dauer übersteigt die bisher angenommene Dreistunden-Grenze deutlich. Die Studie hebt hervor, dass viele Konsumenten sich bereit fühlen zu fahren, obwohl ihre Fahrleistung noch nicht wieder normal ist.
Die Forscher wurden durch die rasche Ausweitung des legalen Cannabiskonsums in den USA und die steigende Zahl von Autounfällen mit THC-positiven Fahrern motiviert. Im Jahr 2021 berichteten über 52 Millionen Amerikaner von Cannabiskonsum, doch die Forschung hinkt hinterher. Frühere Studien untersuchten meist nur eine kurze Zeitspanne nach dem Konsum, was Fragen zur tatsächlichen Dauer der Beeinträchtigung offen ließ.
Shashwath A. Meda, leitender klinischer Forschungsmitarbeiter am Institute of Living bei Hartford Healthcare und Wissenschaftler an der Yale University, betont die Bedeutung der Forschung: „Mit Cannabis als zweithäufigstem Freizeitdrogenkonsum nach Alkohol ist das Verständnis seiner Auswirkungen auf das Fahrverhalten entscheidend für die öffentliche Sicherheit.“
In einem kontrollierten Laborexperiment wurden 38 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 40 Jahren untersucht. Alle Teilnehmer hatten mindestens zwei Jahre Fahrerfahrung auf Autobahnen und konsumierten mindestens einmal pro Woche Cannabis. Die Studie verwendete ein randomisiertes, doppelblindes, placebokontrolliertes Design mit standardisierten Dosen von Cannabis.
Die Ergebnisse zeigten deutliche Beeinträchtigungen in mehreren Bereichen des Fahrverhaltens. Bei der Spurhaltung zeigten die Teilnehmer weniger Lenkkorrekturen, was auf verminderte Aufmerksamkeit und Kontrolle hinweist. Diese Effekte hielten bis zu 3,5 Stunden nach der niedrigen Dosis und bis zu 5,5 Stunden nach der höheren Dosis an.
Ein bemerkenswerter Befund war die Diskrepanz zwischen dem subjektiven Empfinden der Teilnehmer und ihrer tatsächlichen Leistung. Viele Teilnehmer fühlten sich bereits nach zwei Stunden bereit zu fahren, obwohl objektive Messungen noch Beeinträchtigungen zeigten. Dies deutet darauf hin, dass sich viele der Risiken beim Fahren unter Einfluss von Cannabis nicht bewusst sind.
Die Studie stellte auch fest, dass die Konzentration von THC im Blut oder Speichel keine zuverlässigen Indikatoren für die Fahrbeeinträchtigung sind. Dies wirft Fragen zur Eignung von THC-Blutwerten als rechtliche Grundlage auf.
Zukünftige Forschungen sollen die Auswirkungen von Cannabis auf die Gehirnfunktion während des Fahrens untersuchen und die Effekte höherer THC-Dosen erforschen. Ziel ist es, evidenzbasierte öffentliche Richtlinien zu informieren und Werkzeuge zur genauen Identifizierung beeinträchtigter Fahrer zu entwickeln.
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