LONDON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die jüngste Erhöhung der nationalen Versicherungsbeiträge in Großbritannien hat bei vielen Unternehmen Besorgnis ausgelöst. Die Anpassung, die im Rahmen des Haushaltsplans angekündigt wurde, könnte weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.
Die britische Wirtschaft steht vor einer Herausforderung, da die Erhöhung der nationalen Versicherungsbeiträge für Arbeitgeber zu einem zentralen Thema geworden ist. Diese Maßnahme, die im April im Rahmen des Haushaltsplans angekündigt wurde, hat bei vielen Unternehmen Besorgnis ausgelöst. Die Erhöhung von 13,8 Prozent auf 15 Prozent bedeutet, dass Arbeitgeber nun bereits ab einem Jahresgehalt von 5.000 Pfund Beiträge entrichten müssen, statt wie zuvor ab 9.100 Pfund.
Eine Umfrage der Bank of England zeigt, dass 59 Prozent der Unternehmen mit sinkenden Gewinnmargen rechnen. Dies könnte zu einer Anpassung der Preise führen, da 54 Prozent der Unternehmen planen, ihre Preise zu erhöhen. Diese Entwicklung könnte die Verbraucherpreisinflation im kommenden Jahr auf 2,8 Prozent ansteigen lassen, höher als die zuvor prognostizierten 2,5 Prozent.
Rob Wood, Ökonom bei Pantheon Macroeconomics, weist darauf hin, dass die Lohnsenkungen nicht so stark ins Gewicht fallen werden. Vielmehr wird erwartet, dass die Steuererhöhung stärker zur Inflation beiträgt, als von der Geldpolitik und dem Office for Budget Responsibility angenommen. Unternehmen planen, ihre Preise in den kommenden 12 Monaten durchschnittlich um 3,8 Prozent anzuheben, was den höchsten Wert seit Mai darstellt.
Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, bezeichnete die Reaktion der Unternehmen auf die Änderung der Versicherungsabgabe als das größte Problem nach dem Haushaltsplan. Die Balance zwischen Preisen, Löhnen und Beschäftigungsniveau sei entscheidend, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu minimieren.
Tomasz Wieladek, Chefökonom Europa bei T Rowe Price, sieht in der Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge einen Stagflationsschock, der zu Preissteigerungen und niedrigerer Beschäftigung führen könnte. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Wahlversprechen, keine Steuern auf Arbeit zu erhöhen.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt könnten erheblich sein, da viele Unternehmen bereits angekündigt haben, die Zahl ihrer Beschäftigten zu reduzieren. Dies könnte langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Wirtschaft beeinträchtigen und zu einem Rückgang der Investitionen führen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Erhöhung der nationalen Versicherungsbeiträge nicht nur eine finanzielle Belastung für die Unternehmen darstellt, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Unternehmen und Verbraucher auf diese Herausforderungen reagieren.
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