MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Investoren traditionell nach sicheren Häfen. Während Gold und Anleihen als klassische Optionen gelten, steht Bitcoin als potenzieller Herausforderer im Raum. Doch kann die Kryptowährung wirklich als digitales Gold fungieren?
Die jüngsten Entwicklungen auf den globalen Märkten haben die Diskussion über Bitcoin als digitales Gold neu entfacht. Mit der Ankündigung neuer US-Zölle, die am 2. April in Kraft treten sollen, und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheit, haben sich Investoren vermehrt in sichere Anlagen wie Gold und Anleihen geflüchtet. Der Goldpreis erreichte ein Rekordhoch von über 3.150 US-Dollar pro Unze, während die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf 4,2 % fiel.
In diesem Umfeld verlor Bitcoin 6 % an Wert, was im Vergleich zu seiner historischen Volatilität relativ moderat erscheint. Dennoch bleibt die Frage, ob Bitcoin tatsächlich als sicherer Hafen taugt. Die wachsende Rolle von Bitcoin als Reservevermögen könnte darauf hindeuten, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.
In Zeiten makroökonomischer und geopolitischer Instabilität suchen Investoren traditionell nach ertragsstarken und historisch stabilen Anlagen. Die sinkende Rendite von US-Staatsanleihen und der steigende Goldpreis signalisieren eine zunehmende Nachfrage nach diesen Vermögenswerten. Gold erlebte in den letzten zwei Monaten einen bemerkenswerten Kapitalzufluss von über 12 Milliarden US-Dollar, was den größten Anstieg seit 2020 darstellt.
Seit Jahresbeginn sind die Goldpreise um fast 17 % gestiegen, während der S&P 500 um 5 % gefallen ist. Dies deutet auf einen prekären Zustand der Wirtschaft hin, der durch einen starken Rückgang des US-Verbrauchervertrauens weiter bestätigt wird. Nur 37,4 % der Amerikaner erwarten, dass die Aktienkurse im nächsten Jahr steigen werden, ein Rückgang um fast 10 Punkte seit Februar.
Bitcoin wird oft als digitales Gold bezeichnet, doch die Daten zeigen, dass es derzeit eher als spekulativer Tech-Proxy wahrgenommen wird. Ein Diagramm von Matrixport zeigt, dass der Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock zu 70 % mit dem Nasdaq 100 korreliert ist, ein Niveau, das zuvor nur zweimal erreicht wurde. Dies deutet darauf hin, dass makroökonomische Kräfte weiterhin die kurzfristigen Bewegungen von Bitcoin beeinflussen.
Unter der Volatilität zeichnet sich jedoch ein struktureller Wandel ab. Unternehmen nutzen Bitcoin und seine ETFs zunehmend zur Diversifizierung ihrer Bilanzen. Laut Daten von BitcoinTreasuries halten börsennotierte Unternehmen derzeit 665.618 BTC, während private Firmen 424.130 BTC besitzen. Zusammen sind das etwa 5,5 % des gesamten Angebots (ohne verlorene Coins).
Einige Experten prognostizieren, dass das Halten von Bitcoin in Unternehmensbilanzen bis zum Ende des Jahrzehnts zur Standardpraxis werden könnte. Elliot Chun, Partner bei der auf Krypto fokussierten M&A-Firma Architect Partners, erwartet, dass bis 2030 ein Viertel der S&P 500-Unternehmen Bitcoin als langfristiges Asset auf ihren Bilanzen haben wird.
Obwohl es noch zu früh ist, Bitcoin als vollwertigen Hedge zu bezeichnen, ist der Übergang im Gange. Mit wachsender Akzeptanz in Ländern, Unternehmen und bei Einzelpersonen wird die Volatilität von Bitcoin wahrscheinlich abnehmen und seine Nützlichkeit als Teilabsicherung zunehmen. Derzeit mag das Label des sicheren Hafens noch aspirativ sein, aber wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnte sich dies bald ändern.
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