LONDON / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – In einer wegweisenden Entscheidung hat das britische Berufungsgericht 24 internationalen Arbeitsmigranten ermöglicht, in London gegen Dyson zu klagen. Die Arbeiter, die aus Nepal und Bangladesch stammen, werfen dem Unternehmen vor, in einer malaysischen Fabrik unter Zwangsarbeitsbedingungen gelitten zu haben.

Die Entscheidung des britischen Berufungsgerichts, den 24 Arbeitsmigranten die Möglichkeit zu geben, in London gegen Dyson zu klagen, hat in der internationalen Arbeitsrechtsgemeinschaft für Aufsehen gesorgt. Die Kläger, die aus Nepal und Bangladesch stammen, behaupten, dass sie in einer malaysischen Fabrik, die Teile für den britischen Staubsaugerhersteller produziert, unter Zwangsarbeitsbedingungen arbeiten mussten. Diese Vorwürfe umfassen unrechtmäßige Lohnabzüge und Misshandlungen bei Nichterfüllung strenger Vorgaben.

Dyson, ein Unternehmen, das für seine innovativen Staubsauger bekannt ist, hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Das Unternehmen argumentierte, dass Malaysia der geeignete Rechtsstandort für eine solche Klage sei, da die angeblichen Vorfälle dort stattgefunden hätten. Ursprünglich hatte das High Court dieser Ansicht zugestimmt und Malaysia als zuständigen Gerichtsstand festgelegt. Doch das Berufungsgericht hob diese Entscheidung auf und entschied, dass London das angemessene Forum für die Verhandlung darstelle.

Ein Sprecher von Dyson äußerte sein Bedauern über die Entscheidung des Berufungsgerichts und erklärte, dass das Unternehmen derzeit seine rechtlichen Möglichkeiten prüfe. Dyson betonte erneut, dass der High Court im letzten Jahr eine fundierte und sorgfältige Entscheidung getroffen habe, als er den Fall nach Malaysia verwies.

Die rechtlichen Herausforderungen kommen zu einer Zeit, in der Dyson sich bereits mit umfassenden Umstrukturierungen konfrontiert sieht. Im Juli hatte das Unternehmen die Streichung von rund 1.000 Stellen angekündigt, was in der Branche für Aufsehen sorgte. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich multinationale Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft gegenübersehen, insbesondere in Bezug auf Arbeitsbedingungen und rechtliche Verantwortlichkeiten.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts könnte weitreichende Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie internationale Arbeitsrechtsfälle in Zukunft behandelt werden. Experten argumentieren, dass dies ein Präzedenzfall sein könnte, der es Arbeitsmigranten erleichtert, in ihren Heimatländern oder in Ländern mit strengeren Arbeitsgesetzen Klage zu erheben.

Die Vorwürfe gegen Dyson sind Teil eines größeren Trends, bei dem Unternehmen zunehmend für die Arbeitsbedingungen in ihren globalen Lieferketten zur Verantwortung gezogen werden. Dies spiegelt eine wachsende Sensibilität für soziale Verantwortung und ethische Geschäftspraktiken wider, die sowohl von Verbrauchern als auch von Regierungen gefordert werden.

Insgesamt zeigt der Fall, wie wichtig es für Unternehmen ist, transparente und faire Arbeitspraktiken zu gewährleisten, um rechtliche und reputationsbezogene Risiken zu minimieren. Die Entwicklungen in diesem Fall werden von vielen in der Branche genau beobachtet, da sie potenziell weitreichende Konsequenzen für die Unternehmensführung und die globale Arbeitsgesetzgebung haben könnten.

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Arbeitsmigranten klagen gegen Dyson wegen Zwangsarbeit in Malaysia
Arbeitsmigranten klagen gegen Dyson wegen Zwangsarbeit in Malaysia (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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