MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Nutzung von KI-Chatbots wie ChatGPT wirft neue Fragen zur emotionalen Abhängigkeit und den Auswirkungen auf das Nutzerverhalten auf.

Die intensive Nutzung von KI-Chatbots, insbesondere von ChatGPT, hat in jüngster Zeit zu einer bemerkenswerten Entwicklung geführt: Einige Nutzer entwickeln eine emotionale Abhängigkeit von diesen digitalen Assistenten. Eine aktuelle Studie, die in Zusammenarbeit zwischen OpenAI und dem MIT Media Lab durchgeführt wurde, beleuchtet dieses Phänomen und zeigt auf, dass sogenannte ‘Power-User’ von ChatGPT Anzeichen von Suchtverhalten aufweisen. Diese Nutzergruppe zeigt Symptome wie Beschäftigung mit dem Chatbot, Entzugserscheinungen, Kontrollverlust und Stimmungsänderungen.

Die Untersuchung umfasste eine Umfrage unter tausenden ChatGPT-Nutzern, um deren emotionale Bindung an den Chatbot zu analysieren. Dabei wurde festgestellt, dass die Mehrheit der Befragten keine emotionale Verbindung zu ChatGPT aufbaute. Jedoch neigten diejenigen, die den Chatbot über längere Zeiträume nutzten, dazu, ihn als eine Art ‘Freund’ zu betrachten. Diese Nutzer waren oft einsamer und reagierten empfindlicher auf subtile Änderungen im Verhalten des Modells.

Interessanterweise ergab die Studie, dass die Art der Nutzung von ChatGPT ebenfalls eine Rolle spielt. Nutzer, die den Chatbot für persönliche Gespräche über Emotionen und Erinnerungen verwendeten, entwickelten weniger emotionale Abhängigkeit als jene, die ihn für nicht-persönliche Zwecke wie Brainstorming oder Ratschläge nutzten. Dies deutet darauf hin, dass die Intensität der emotionalen Bindung nicht nur von der Nutzungsdauer, sondern auch von der Art der Interaktion abhängt.

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie ist der Unterschied in der emotionalen Sprache, die bei der Nutzung von Text- und Sprachmodi von ChatGPT verwendet wird. Während der Textmodus zu einer stärkeren emotionalen Ausdrucksweise führte, wurde der Sprachmodus mit einem besseren Wohlbefinden assoziiert, wenn er nur kurzzeitig genutzt wurde. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Art der Interaktion die emotionale Bindung und das Wohlbefinden der Nutzer beeinflusst.

Die Ergebnisse der Studie werfen wichtige Fragen über die zukünftige Entwicklung und den Einsatz von KI-Chatbots auf. Während sie zweifellos nützliche Werkzeuge für viele Anwendungen sind, besteht die Gefahr, dass sie bei intensiver Nutzung zu einer emotionalen Abhängigkeit führen können. Dies könnte insbesondere für Nutzer problematisch sein, die in ihrem persönlichen Leben nach emotionaler Unterstützung suchen.

Insgesamt zeigt die Forschung, dass die zunehmende Verbreitung von KI-Chatbots wie ChatGPT nicht nur technologische, sondern auch psychologische Herausforderungen mit sich bringt. Es ist wichtig, dass Entwickler und Nutzer gleichermaßen ein Bewusstsein für die potenziellen Risiken entwickeln und Strategien zur Minimierung dieser Risiken erarbeiten.

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Abhängigkeit von KI-Chatbots: Eine wachsende Herausforderung
Abhängigkeit von KI-Chatbots: Eine wachsende Herausforderung (Foto: DALL-E, IT BOLTWISE)



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